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Im Schnitt 263 Euro für Geschenke: Handel hofft auf stabiles Weihnachtsgeschäft
Trotz der herausfordernden Lage für viele Einzelhändler und wachsender Konkurrenz durch chinesische Online-Plattformen erwartet der deutsche Einzelhandel ein stabiles Weihnachtsgeschäft. Viele Unternehmen der Branche rechnen allerdings damit, dass Kunden in diesem Jahr stärker auf den Preis achten werden, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) am Mittwoch mitteilte. Die Verbraucher selbst wollen im Durchschnitt 263 Euro für Geschenke ausgeben - 34 Euro weniger als im Vorjahr.
Das Weihnachtsgeschäft ist für den Einzelhandel von großer Bedeutung. Nach HDE-Angaben werden 18,5 Prozent des gesamten Jahresumsatzes in dieser Zeit erzielt. Für November und Dezember 2025 prognostiziert der Verband dabei ein nominales Umsatzplus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - preisbereinigt entspricht dies jedoch einem Nullwachstum, wie der Verband ausführte. Ein auch preisbereinigtes Plus bei den Weihnachtsumsätzen wird indes im Online-Handel erwartet: Hier prognostiziert der HDE einen Zuwachs um 2,3 Prozent.
Viele Händler blickten "eher vorsichtig oder pessimistisch auf die mit Abstand umsatzstärkste Zeit der Branche", erklärte HDE-Präsident Alexander von Preen. Eine Umfrage des Verbands unter 300 Handelsunternehmen aller Größen, Standorte und Branchen ergab demnach, dass 80 Prozent der Befragten in diesem Jahr zurückhaltende Verbraucherinnen und Verbraucher in der Weihnachtszeit erwarten, 83 Prozent rechnen damit, dass die Kunden stärker auf den Preis achten werden, da vieles teurer geworden ist.
Zugleich blickt die Mehrheit der Verbraucher erwartungsvoll dem Weihnachtsfest entgegen, wie eine weitere Umfrage im Auftrag des HDE ergab: 73 Prozent geben an, dass sie sich auf Weihnachten freuen, während gut die Hälfte der Befragten (54 Prozent) gleich viel für Geschenke ausgeben will wie im Vorjahr. Elf Prozent sagen laut der Umfrage hingegen, dass sie "etwas weniger" und weitere zehn Prozent, dass sie "deutlich weniger" ausgeben wollen. Nur zehn Prozent wollen tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr.
Bei den Geschenkeinkäufen geben die Befragten im Durchschnitt 263 Euro pro Kopf aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 297 Euro gewesen. Die Auswahl der Geschenke dominieren dabei Geschenkgutscheine, Spielwaren, Bücher und Kosmetik oder Körperpflegeprodukten. Für die diesjährige Umfrage wurden den Angaben nach im Oktober 2060 Menschen befragt.
Ein "deutliches Alarmsignal" sieht der Handelsverband darin, dass sich 51 Prozent der Nicht-Lebensmittelhändler vor einem schlechteren oder deutlich schlechteren Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr sehen. "Die Politik muss jetzt rasch ins Handeln kommen und bessere Rahmenbedingungen für die Binnenkonjunktur und den Einzelhandel schaffen“, forderte von Preen. Dabei müsse es neben der Senkung der Stromsteuer für alle auch um faire Wettbewerbsbedingungen mit Online-Plattformen und Händlern aus Drittstaaten gehen. Zudem müssten lebendige Innenstädte erhalten und Leerstand eingedämmt werden.
D.Avraham--CPN