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Epstein-Akten: Organisationskomitee-Chef der Olympischen Spiele in LA unter Druck
Im Zusammenhang mit den Epstein-Akten gerät auch der Präsident des Organisationskomitees der Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles, Casey Wasserman, weiter unter Druck. Die US-Sängerin Chappell Roan kündigte am Montag (Ortszeit) an, dass sie die von Wasserman geführte Künstleragentur verlasse. "Ich lehne es ab, passiv zu bleiben", schrieb die 27-Jährige auf ihrer Instagram-Seite. Die Agentur des 51-Jährigen vertritt unter anderem große Stars wie die US-Schauspieler Brad Pitt und Adam Sandler.
Roan erklärte, sie empfinde "tiefen Respekt und Wertschätzung für die Agenten und Mitarbeiter" der Agentur und deren "unermüdlichen" Einsatz für Künstlerinnen und Künstler. Allerdings verdienten diese eine "Vertretung, die mit ihren Werten zusammenpasst".
Wassermans Name war in den Akten zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aufgetaucht, welche die US-Regierung zuletzt veröffentlicht hatte. Daraus geht hervor, dass der damals verheiratete Wasserman 2003 anzügliche E-Mails mit Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell austauschte. Diese verbüßt derzeit in den USA eine 20-jährige Haftstrafe, weil sie Epstein geholfen hatte, minderjährige Mädchen in die Prostitution zu drängen.
Wasserman werden hingegen keine Straftaten zur Last gelegt. Ende Januar hatte er erklärt, dass er seinen E-Mail-Austausch mit Maxwell "zutiefst" bedauere. Dieser sei allerdings "vor mehr als 20 Jahren, deutlich bevor diese schrecklichen Verbrechen ans Licht kamen", erfolgt. Zu Epstein selbst habe er keinerlei "persönliche oder professionelle Beziehung" unterhalten.
Nachdem Rücktrittsforderungen gegen Wasserman laut geworden waren, erklärte das Olympische Komitee der USA vergangene Woche, dass es dem Chef-Organisator der Olympischen Spiele in LA weiter Vertrauen entgegenbringe.
Der bis in höchste Kreise von Politik und Wirtschaft vernetzte US-Investor Epstein soll mithilfe seiner früheren Freundin Maxwell mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils Prominenten zugeführt haben. Er war erstmals 2008 wegen Anstiftung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt worden. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals eine nur 18-monatige Haftstrafe.
Nach einer erneuten Festnahme wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen wurde Epstein im August 2019 erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben nahm er sich das Leben.
Ende Januar veröffentlichte das US-Justizministerium mehr als drei Millionen weitere Dokumente zum Fall Epstein. Demnach sind zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft in die Affäre verwickelt. Einige mussten zurücktreten, nachdem ihre Verbindungen zu Epstein oder Details dazu bekannt geworden waren.
Ch.Lefebvre--CPN