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Anbauvereine halten Abstandsregeln in deutschem Cannabisgesetz für problematisch
Viele Anbauvereine in Deutschland sehen einer Umfrage zufolge die im vorgelegten Cannabisgesetz vorgesehenen Abstandsregeln zu Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen als Problem. 69 Prozent der befragten Vereine fürchten, kaum geeignete Flächen für den Anbau und die Cannabisabgabe zu finden, wie der Branchenverband Cannabiswirtschaft (BvCW) und die Plattform CSC-Maps am Freitag unter Berufung auf eine Erhebung mitteilten, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag.
Befragt wurden 73 sogenannte Cannabis Social Clubs. Dabei handelt es sich um bestehende Vereine und Projekte in Vorbereitung. Laut einem Gesetzesentwurf von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur Cannabislegalisierung müssen die Anbauvereine mindestens 200 Meter von Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen entfernt liegen. Eine neue öffentliche Anhörung zum Gesetz findet am Montag im Bundestag statt.
Als zweitgrößtes Problem gaben die befragten Vereine und Projekte die Finanzierung der notwendigen Investitionen und Anlaufkosten an. 59 Prozent kritisierten zudem die eigenhändige Mitwirkungspflicht der Mitglieder beim Anbau.
Bei der Gewinnung von genügend Mitgliedern hingegen sehen die Befragten wenige Probleme. 69 Prozent sind in dieser Hinsicht optimistisch. 58 Prozent planen, maximal 250 Mitglieder zuzulassen. Bis zu 500 sollen laut Gesetzentwurf erlaubt sein. Die Mehrheit der Vereine kalkuliert mit zehn bis 30 Gramm Cannabis pro Mitglied und Monat. Sie erwarten einen Abgabepreis zwischen sieben und acht Euro pro Gramm, was deutlich unter dem gängigen Schwarzmarktpreis von etwa zehn Euro liegen würde.
Fast 81 Prozent würden ihren Mitgliedern Cannabis als Blüten und als Haschisch geben. 63 Prozent würden darüber hinaus auch Lebensmittel mit THC-Zusatz anbieten. Nach dem aktuellen Gesetzesentwurf wäre das aber unzulässig. Nach Angaben von BvCW und CSC-Maps gründeten sich bislang mehr als 200 Anbauvereinigungen. Gerechnet wird mittelfristig mit 3000 Vereinen.
"Wir freuen uns über die intensiven Aktivitäten der angehenden Anbauclubs", erklärte BvCW-Geschäftsführer Jürgen Neumeyer. Allerdings zeichne sich bereits ab, dass das nicht ausreiche, um den Bedarf der Bevölkerung auch nur ansatzweise zu decken und den Schwarzmarkt signifikant zurückzudrängen.
In Deutschland müssten Neumeyer zufolge 16.000 Klubs entstehen, um eine legale Vollversorgung der Bevölkerung zu sichern, wenn allein Anbauvereinigungen dafür zuständig seien. Dies sei wegen der vorgesehenen hohen Hürden für die Vereine sehr unwahrscheinlich. Er forderte, möglichst schnell die geplanten regionalen Modellversuche umzusetzen, um dem Schwarzmarkt effektiv entgegenzuwirken.
H.Cho--CPN