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Atommüll aus Wiederaufbereitung im Ausland: Deutschland nimmt letzte Castoren zurück
Deutschland hat die letzten sieben Castorbehälter mit Atommüll aus der Wiederaufbereitung radioaktiver Brennstäbe im Ausland zurückgenommen. Sie erreichten am Dienstag den Hafen im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel an Bord des Spezialschiffs "Pacific Grebe", wie die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) in Essen mitteilte. Es handelte sich um Rückstände aus der Wiederaufbereitungsanlage im britischen Sellafield.
Nach GNS-Angaben gehen die Castorbehälter in das Atommüllzwischenlager am stillgelegten Atomkraftwerk Brokdorf bei Brunsbüttel. Der Transport dorthin ist mit Transportfahrzeugen über die Straße geplant. Diese sollten "in den darauffolgenden Tagen" einzeln in das staatliche Zwischenlagergebäude fahren und nacheinander entladen werden, hieß es.
Deutsche Atomkraftwerksbetreiber ließen in der Vergangenheit regelmäßig verbrauchte Brennelemente aus ihren Reaktoren zur Wiederaufbereitung in spezielle Anlagen im britischen Sellafield und im französischen Le Havre bringen. Dabei verpflichteten sie sich vertraglich, die nicht weiter verwertbaren radioaktiven Rückstände zurückzunehmen. Ergänzend garantierte die Bundesrepublik Deutschland dies auch in völkerrechtlichen Verträgen.
Die Wiederaufbereitung von Brennstäben im Ausland war bereits 2005 gesetzlich gestoppt worden - bereits mehrere Jahre vor dem späteren Beschluss zum deutschen Ausstieg aus der Atomenergienutzung im Jahr 2011. Die Verpflichtungen zur Rücknahme der Abfälle aus den bis dahin gelieferten Brennstäben blieben aber bestehen. Die Rückführung aus der französischen Nuklearanlage La Hague wurde bereits 2024 abgeschlossen.
Bis 2011 waren die Rückstände aus der Wiederaufbereitung im Ausland zentral in das lange als künftiger Endlagerstandort geltende Gorleben in Niedersachsen gebracht worden. Laut GNS wurden dort mehr als 100 entsprechende Castoren eingelagert. Inzwischen startete Deutschland die Endlagersuche vollkommen neu, Gorleben ist nicht länger mit im Rennen.
Gemäß eines 2015 von der Bundesregierung vorgelegten Konzepts erfolgte die Lagerung des restlichen Atommülls aus der Wiederaufarbeitung an dezentralen Zwischenlagern an den stillgelegten Atomkraftwerken. Für die aus Sellafield angelieferten Rückstände waren die Zwischenlager an den Standorten der Atomkraftwerke Biblis, Isar und Brokdorf vorgesehen.
Die Rückführung der hochradioaktiven Reste aus der Wiederaufbereitung ist Sache der früheren Atomkraftwerksbetreiber. Sie wird daher von der GNS organisiert, einer Tochterfirma großer deutscher Energieversorger. Die Zwischen- und Endlagerung dagegen ist eine staatliche Aufgabe, sie wird daher von bundeseigenen Gesellschaften geplant und verantwortet.
M.Anderson--CPN