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Ölbranche rechnet mit sinkenden Spritpreisen - aber keine Normalisierung erwartet
Die Ölbranche rechnet mit sinkenden Spritpreisen infolge der Deeskalation im Iran-Konflikt und der perspektivischen Öffnung der Straße von Hormus. "Ich würde davon ausgehen, dass das jetzt die Preise nach unten bringt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie (en2x), Christian Küchen, am Montag den Sendern RTL und ntv. Eine Rückkehr zum Preisniveau von vor dem Krieg werde es aber wohl wegen der erheblichen Schäden an der Energieinfrastruktur in der Golfregion absehbar nicht geben.
"Das wird schon Monate mindestens dauern, bis hier wieder die normale Produktion erreicht ist, vielleicht sogar in Richtung Jahre", sagte Küchen. "Ich gehe weiter davon aus, dass wir im Vergleich zum Vorkrisenniveau noch erhöhte Preise haben werden, weil eben noch Mengen fehlen auf den Weltmärkten."
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntagabend erklärt, ein Rahmenabkommen mit dem Iran zur Beilegung der Kämpfe abgeschlossen zu haben. Die Sperrung der Straße von Hormus für die Schifffahrt werde aufgehoben, ebenso die Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine, fügte er hinzu. Auch auf iranischer Seite war von einem "sofortigen Ende" der Kampfhandlungen die Rede.
Die Straße von Hormus liegt zwischen dem Golf von Oman und dem Persischen Golf. Der Iran hatte die für den weltweiten Handel mit Öl, Flüssiggas und weiteren Gütern wichtige Meerenge nach Beginn des Krieges mit den USA und Israel Ende Februar weitgehend blockiert. Die USA verhängten ihrerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen. Daraufhin waren die Ölpreise weltweit explodiert.
Verbandschef Küchen verwies auch den auslaufenden Tankrabatt, der zu einem Anstieg der Spritpreise Anfang Juli führen dürfte. "So wie die Unternehmen (…) zur Einführung des Rabatts die Preise um 17 Cent gesenkt haben, so werden wir jetzt eine umgekehrte Reaktion sehen", sagte er. Die konkrete Preisentwicklung hänge jedoch zusätzlich von den Weltmarktpreisen ab.
Ng.A.Adebayo--CPN