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Zahl der Firmenpleiten steigt zum Jahresende noch stärker
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im Dezember noch stärker gestiegen als in den Vormonaten. Sie nahm um 15,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag anhand vorläufiger Angaben mitteilte. Im November hatte der vorläufig bezifferte Anstieg bei 5,7 Prozent gelegen. Endgültige Zahlen meldeten die Statistiker für Oktober: 2108 Unternehmen gingen pleite - 4,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Die offenen Forderungen der Gläubiger aus den Insolvenzen im Oktober beziffern die Amtsgerichte dem Statistikamt zufolge auf 2,6 Milliarden Euro. Das ist bedeutend weniger als im Oktober 2024, als die Forderungen bei rund 3,8 Milliarden Euro lagen. Damals hatten mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt.
Laut Statistik gab es im Oktober die meisten Insolvenzen (bezogen auf 10.000 Unternehmen) in den Branchen Verkehr und Lagerei. Es folgten das Gastgewerbe und das Baugewerbe.
"Wir erleben die höchste Zahl an insolvenzbedingten Betriebsaufgaben seit elf Jahren", erklärte der Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier. "Für 2025 rechnen wir insgesamt mit deutlich mehr als 23.000 Insolvenzen." Das Statistikamt hatte im Dezember mitgeteilt, dass in den ersten neun Monaten des Jahres rund 18.000 Unternehmen Insolvenz beantragt hatten.
DIHK-Analyst Treier forderte "spürbare Entlastungen bei Steuern, Energiepreisen und Bürokratie". Politische Papiere mit guten Vorschlägen gebe es genug, führte er aus. "Geschrieben ist viel, umgesetzt aber viel zu wenig."
Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg im Oktober stark: Sie nahm um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, auf insgesamt 6709. Die Verbraucherinsolvenz ist ein gerichtliches Verfahren für Überschuldete, die sich damit binnen drei Jahren von ihren Schulden befreien können.
H.Cho--CPN