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Tusk ruft Polen und Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" angesichts der Geschichte auf
Angesichts des jüngsten Streits um die Weltkriegsvergangenheit hat der polnische Ministerpräsident Donald Tusk seine Landsleute und die Ukrainer zu "gegenseitigem Respekt" aufgerufen. "Wir können die Zukunft nur auf der Wahrheit, dem gegenseitigen Repekt und dem Verständnis der Geschichte aufbauen", sagte Tusk am Donnerstag bei der Eröffnung der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Danzig.
Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko dankte den Polen für ihre Bereitschaft, für die Ukraine "eine gemeinsame Zukunft" in der Europäischen Union zu schaffen. Die Regierungschefin war wegen des diplomatischen Streits zwischen Kiew und Warschau anstelle von Präsident Wolodymyr Seleneskyj nach Danzig gereist. Dieser hatte in den vergangenen Jahren stets an den Wiederaufbaukonferenzen teilgenommen.
Selenskyj hat mit der Benennung einer ukrainischen Armeeeinheit nach der berüchtigten Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) in Polen für Empörung gesorgt. Die UPA hatte zwischen 1943 und 1945 in der Region Wolhynien Massaker an zehntausenden Polen und Juden verübt. Historiker sprechen von bis zu 100.000 Getöteten.
Wolhynien gehörte bis 1939 zu Polen. Durch den Hitler-Stalin-Pakt wurde die Region der ukrainischen Sowjetrepublik zugeschlagen. Heute liegt sie in der Westukraine.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erinnerte in Danzig am Donnerstag an die Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags im Juni 1991. In den vergangenen 35 Jahren hätten Deutsche und Polen "bewiesen, dass eine gute Nachbarschaft und Freundschaft selbst nach den abscheulichen Verbrechen, die Deutsche in Polen und am polnischen Volk begangen haben, möglich ist". Er sei "dem polnischen Volk zutiefst dankbar dafür", versicherte Merz.
Im Mittelpunkt des Treffens in Danzig stehen die weitere internationale Unterstützung der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland und die Mobilisierung von privaten Investitionen für den Wiederaufbau der Ukraine. Die Ukraine-Wiederaufbaukonferenz war in den Vorjahren in Rom, Berlin und Lugano ausgerichtet worden.
Polen gehört zu den wichtigsten militärischen und humanitären Unterstützern der Ukraine in deren Verteidigungskrieg gegen Russland.
Y.Jeong--CPN