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Tarifrunde zwischen DB und GDL startet am 8. Januar - Vorerst keine Streiks
Ab dem 8. Januar werden die Deutsche Bahn (DB) und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) über einen neuen Tarifvertrag verhandeln - Fahrgäste der Bahn müssen aber mindestens bis Ende Februar keine Streiks fürchten. Schon in der vergangenen Tarifrunde hatten beide Seiten eine Friedenspflicht bis Ende Februar vereinbart. Die GDL fordert eine Lohnerhöhung um insgesamt 8,0 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
DB-Personalvorstand Martin Seiler sagte am Dienstag in Berlin, der Konzern gehe "mit ausgestreckter Hand" in die Tarifverhandlungen. Die Bahn wolle "konstruktiv" verhandeln und einen "fairen und tragfähigen Abschluss erreichen".
Dafür nähmen sich die Tarifparteien zwei Monate Zeit, in denen an insgesamt 14 Tagen verhandelt wird, wie Seiler ankündigte. Die Termine in Berlin seien bereits fest vereinbart.
Sollte es bis Ende Februar kein Ergebnis geben, ist vereinbart, eine Schlichtung anzurufen. Dieses Verfahren dauert erfahrungsgemäß einige Wochen - mögliche Streiks der GDL sind demnach bis ungefähr Ende März nicht zu erwarten.
Es ist die erste Tarifrunde ohne den ehemaligen GDL-Chef Claus Weselsky. Verhandlungsführer der Gewerkschaft ist ihr neuer Chef Mario Reiß. Er erklärte am Dienstag, die Tarifforderungen "geordnet, professionell und im bestmöglichen Sinne abzustimmen, damit am Ende ein Ergebnis steht, das den Anforderungen an einen zukunftsfähigen Bahnbetrieb gerecht wird".
Reiß forderte, die Arbeit im Bahnbetrieb müsse wieder "spürbar an Attraktivität gewinnen". Die Tarifverhandlungen müssten zudem "den Rahmen dafür setzen, dass Bahnberufe wieder als verlässliche Lebensperspektive wahrgenommen werden". Ein Berufsleben bei der DB müsse "Planungssicherheit, Anerkennung und eine auskömmliche Perspektive bis ins Alter" ermöglichen.
Im Einzelnen fordert die GDL 3,8 Prozent mehr Lohn, eine Erhöhung der Zulagen um acht Prozent, die Einführung einer weiteren Lohngruppe sowie höhere Vergütungen für Ausbilder und Prüfer. Dazu kommt etwa die Forderung nach einer Fahrtkostenentschädigung und einer Erhöhung des Mietkostenzuschusses.
Die Tarifverträge der GDL gelten für rund fünf Prozent der Belegschaft der Bahn, also für etwa 10.000 Beschäftigte. Die anderen Beschäftigten vertritt die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).
Den noch laufenden Tarifvertrag hatten beide Seiten im März 2024 nach fünf Monaten Verhandlungen vereinbart. Mitarbeitende im Schichtdienst können seitdem selbst über ihre Wochenarbeitszeit entscheiden - von 35 bis 40 Stunden. Wer mehr als 35 Stunden arbeitet, verdient auch mehr. Zudem gab es eine Lohnerhöhung um 420 Euro und eine Inflationsausgleichsprämie von 2850 Euro.
D.Goldberg--CPN