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Zwei Deutsche zu Vizepräsidentinnen des EU-Parlaments gewählt
Die Abgeordneten im Europaparlament haben zwei deutsche Politikerinnen zu Vizepräsidentinnen gewählt. Mit Abstand die meisten Stimmen erhielt am Dienstag bei der Straßburger Plenarabstimmung die CDU-Abgeordnete Sabine Verheyen. Auch die SPD-Politikerin Katarina Barley bekam die nötige Mehrheit. Sie bleibt für weitere zweieinhalb Jahre Stellvertreterin von EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola aus Malta, die ebenfalls wiedergewählt worden war.
Insgesamt hat Metsola 14 Stellvertreterinnen und Stellvertreter. Verheyen und Barley konnten sich im ersten Wahlgang durchsetzen. Andere Kandidaten aus dem Rechtsaußenlager sowie aus der europäischen Linksfraktion müssen dagegen in einen zweiten Wahlgang.
Die 59-jährige CDU-Frau Verheyen erhielt 604 Stimmen und dankte den Abgeordneten für ihr Vertrauen. Es gelte nun mehr denn je, das Europaparlament "und die Demokratie zu verteidigen, aufzubauen und zu stärken", erklärte sie. Die Politikerin aus Aachen in Nordrhein-Westfalen gehört dem Europaparlament seit 2009 an und kandidierte nun erstmals für einen der Vizepräsidentinnenposten.
Die 55-jährige Barley kam auf 450 Stimmen. Sie will sich nach eigenen Angaben für eine verständlichere Europapolitik einsetzen. "Die Menschen erwarten von der Politik Lösungen, Entscheidungen müssen schnell und effizient getroffen werden", erklärte sie.
Barley war bei der Europawahl am 9. Juni als Spitzenkandidatin der deutschen Sozialdemokraten angetreten. Die SPD erzielte mit ihr nur 13,9 Prozent der Stimmen, das war das schlechteste Ergebnis der Partei bei einer bundesweiten Wahl.
In der vergangenen Legislatur hatte sich Barley vor allem als Expertin für Rechtsstaatlichkeit einen Namen gemacht. Die gebürtige Kölnerin ist die Tochter einer deutschen Mutter und eines britischen Vaters. Sie war von 2015 bis 2017 SPD-Generalsekretärin. Dann wurde sie 2017 Bundesfamilienministerin in der großen Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Bei der EU-Wahl 2019 zog sie ins Europaparlament ein.
P.Kolisnyk--CPN