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Suchdienst von Rotem Kreuz sucht weiter nach tausenden Weltkriegsvermissten
Auch 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) weiter mit der Klärung von Vermisstenschicksalen beschäftigt. Rund 7000 entsprechende Anfragen seien im vergangenen Jahr eingegangen, teilte das Rote Kreuz am Montag in Berlin mit. Die meisten würden von Menschen gestellt, die den Krieg erlebt und darin nahe Verwandte oder vertraute Menschen verloren hätten - darunter Ehepartner, Eltern oder Geschwister.
Informationen zu mehr als 20 Millionen Suchanfragen enthalten die Karteien des Suchdiensts nach Angaben des Roten Kreuzes insgesamt. Allein zwischen 1945 und 1950 erfasste er rund 14 Millionen Anfragen zu Vermissten, über deren Verbleib nichts bekannt war. Es handelte sich um Kriegsgefangene, Flüchtlinge, von ihren Familien getrennte Kinder oder etwa Internierte.
"Wir stehen nach wie vor jederzeit bereit, die Schicksale von Angehörigen aufzuklären", erklärte DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt. Es handle sich um eine "humanitäre Kernaufgabe". Oftmals lohnten sich auch bei vergeblichen früheren Recherchen neue Anfragen. So könne der Suchdienst seit den 90er Jahren auf neue Informationen aus früher nicht zugänglichen ehemaligen sowjetischen Archiven über Kriegsgefangene und Zivilinternierte zugreifen.
Nach Angaben des Roten Kreuzes können die Informationen in der Kartei in 43 Prozent aller Fälle zur Klärung von Vermisstenschicksalen beitragen. Der Suchdienst hatte mit Kriegsende im Mai 1945 seine Arbeit aufgenommen. 1950 entstand die bis heute noch existierende Zentralkartei in München. Von den bis 1950 gestellten etwa 14 Millionen Anfragen konnten die DRK-Mitarbeitenden in rund 8,8 Millionen Fällen das Schicksal des oder der Gesuchten aufklären.
Der von Nazideutschland begonnene Weltkrieg war der blutigsten Konflikt der Geschichte. Abermillionen Menschen wurden in ihm getötet, verschleppt und vertrieben. Insbesondere nach dem Zusammenbruch der Ostfront ab 1944 kam es auf deutscher Seite zu chaotischen Auflösungserscheinungen. In den letzten Kriegsmonaten fielen noch einmal hunderttausende Soldaten, Millionen kamen in Kriegsgefangenschaft. Zudem flohen viele Millionen Zivilisten. Vielfach verlor sich die Spur von Menschen in den Wirren ohne Zeugen oder Dokumente.
L.K.Baumgartner--CPN