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33 Staaten fordern "zumindest vorsorgliche Pause" für Tiefsee-Bergbau
Gut 30 Staaten aus Europa, Amerika und dem Pazifik haben auf der UN-Ozeankonferenz "zumindest eine vorsorgliche Pause" mit Blick auf den umweltschädlichen Tiefsee-Bergbau gefordert. "Der Meeresboden beheimatet eine größtenteils noch nicht bekannte Artenvielfalt und muss geschützt werden", heißt es in der von Frankreich am Montag verbreiteten Erklärung. Zu den 33 Unterzeichnerstaaten zählt auch Deutschland.
"Die Mineralien, die sich auf dem Meeresboden außerhalb der nationalen Gewässer befinden, sind gemeinsames Erbe der Menschheit", heißt es in der am ersten Tag der UN-Ozeankonferenz in Nizza verbreiteten Erklärung. Jeglicher Abbau von Tiefseeressourcen in Gebieten außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeit (...) wäre ein Verstoß gegen das Völkerrecht", betonen die Unterzeichner mit Blick auf die USA.
US-Präsident Donald Trump hatte im April ein Dekret unterzeichnet, um das Schürfen nach Metallen wie Nickel und Kobalt in US- und internationalen Gewässern zu ermöglichen. Die US-Wirtschaft hoffe auf Milliarden Tonnen wertvoller Mineralien, hatte das Weiße Haus erklärt.
Die Tiefsee beherberge Tausende von Arten, die noch nicht bekannt seien und nirgendwo anders vorkämen, betonen die Unterzeichner der Erklärung. Die Meeresböden spielten außerdem eine wichtige Rolle als CO2-Speicher und damit bei der Bekämpfung des Klimawandels. Zudem könnten gesundheitsschädliche Schwermetalle in die Nahrungskette geraten.
Während Frankreich für ein komplettes Verbot des Tiefseebergbaus eintritt, fordert Deutschland lediglich eine vorsorgliche Pause. "Der Druck zur Rohstoffnutzung in der internationalen Tiefsee wächst. Deshalb müssen in den kommenden Jahren strenge Umweltstandards als Teil des 'Mining Code' (Abbaugesetz) verhandelt werden", betonte Bundesumweltminister Carsten Schneider in seiner Auftaktrede auf dem deutschen Forschungsschiff Meteor in Nizza.
Bergbaukonzerne drängen seit langem darauf, wertvolle Mineralien am Meeresgrund abzubauen. Kupfer, Eisen oder auch Seltene Erden lagern sich dort in Form sogenannter Manganknollen ab. Bislang gibt es keine internationalen Regeln für ihren möglichen Abbau.
St.Ch.Baker--CPN