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Zahl der ausgesetzten Tiere in Großbritannien nimmt stark zu
In Großbritannien nimmt die Zahl der ausgesetzten Tiere nach Angaben von Aktivisten stark zu. Wie die Tierschutzorganisation Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) am Dienstag mitteilte, werden wegen der steigenden Lebenshaltungskosten jetzt viele Tiere ausgesetzt, die während der Corona-Pandemie angeschafft wurden. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden demnach 22.908 ausgesetzte Tiere verzeichnet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 18.375.
"Die Vorstellung, seine Katze in eine Transportbox zu stecken, sie an einen abgelegenen Ort im Wald zu bringen und dann wegzugehen oder seinen Hund aus dem Auto zu werfen, ist für die meisten Haustierbesitzer absolut unvorstellbar und herzzerreißend", sagte Dermot Murphy von der RSPCA. "Aber leider sehen wir jeden Tag Tiere, die so rücksichtslos ausgesetzt werden."
Die RSPCA schilderte erschütternde Einzelfälle wie den Fall der Terrierhündin Freya, die aus einem fahrenden Lastwagen geschleudert wurde - bei einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern. In Essex im Südosten Englands wurden 20 ausgesetzte Welpen gefunden und in Surrey südlich von London lagen vier Schlangen in Plastikkisten am Straßenrand. Eine Frau entdeckte die drei Königspythons und eine Kornnatter zufällig, als sie mit ihrem Auto vorbeifuhr.
Die Organisation führt die Zunahme der Fälle auf die Pandemie und die steigenden Preise zurück. "Wir verstehen, dass manchmal etwas Unerwartetes passieren kann, aber es gibt nie eine Entschuldigung dafür, ein Tier auszusetzen", mahnte Murphy.
In Großbritannien war die Inflation zuletzt auf über zehn Prozent gestiegen und hatte damit einen Höchststand seit 40 Jahren erreicht. Viele Briten fürchten wegen stark steigender Energiepreise, im Herbst und Winter ihre Strom- und Gasrechnungen nicht mehr bezahlen zu können. Vor diesem Hintergrund fürchtet laut einer Umfrage der RSPCA auch rund ein Fünftel der britischen Haustierbesitzer, sich das Futter für ihr Tier nicht mehr leisten zu können.
Y.Jeong--CPN