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Migrationsbericht 2024: Rückgang bei Zuwanderung - Rekordzahl an Einbürgerungen
Die Nettozuwanderung nach Deutschland ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Insgesamt verzeichneten die Behörden rund 1,694 Millionen Zuzüge, wie aus dem am Mittwoch im Kabinett vorgelegten Migrationsbericht der Bundesregierung hervorgeht. Das war ein Rückgang von 12,3 Prozent im Vergleich zu 2023.
1,264 Millionen Menschen verließen Deutschland im selben Zeitraum wieder, damit blieb die Abwanderung etwa auf dem Niveau des Vorjahres. In der Folge lag 2024 der Wanderungssaldo - also die Differenz aus Zu- und Fortzügen - bei rund 430.000. Dies entspricht einem Rückgang von gut 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Dem Migrationsbericht zufolge kamen 2024 aus nahezu allen wichtigen Herkunftsländern weniger Menschen nach Deutschland. Sowohl aus der Ukraine als auch aus Rumänien, der Türkei, Polen und Syrien verzeichneten die Behörden weniger Zuzüge.
Die Ukraine war mit 221.570 Zuzügen und einem Anteil von 13,1 Prozent weiterhin das wichtigste Herkunftsland von Zugewanderten. An zweiter Stelle folgte Rumänien mit 173.563 Zuzügen (10,2 Prozent), gefolgt von der Türkei mit 88.690 (5,2 Prozent). Bei der Abwanderung steht wie schon in den Vorjahren 2024 Rumänien an erster Stelle: 178.290 zogen in das EU-Land fort (14,1 Prozent der Gesamtabwanderung).
Die Zahl der Einbürgerungen stieg 2024 auf einen Höchststand seit der Einführung der Statistik im Jahr 2000, wie das Statistische Bundesamt bereits im Juni 2025 mitgeteilt hatte. 292.020 Menschen erhielten nach neuen Zahlen des Migrationsberichts den deutschen Pass, das waren 91.925 Einbürgerungen oder 45,9 Prozent mehr als im Jahr 2023.
Der starke Anstieg bei den Einbürgerungen hängt mit der Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes unter der damaligen Ampel-Regierung zusammen. Demnach wurde unter anderem die Mindestaufenthaltsdauer für den Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft von acht auf fünf Jahre gesenkt.
Der Anteil von Ausländern an der Bevölkerung stieg auf rund 12,4 Millionen. Dies entspricht einem Anteil von 14,8 Prozent an der Gesamtbevölkerung und stellt den höchsten Wert seit 1990 dar. Dabei handle es sich allerdings um neue Werte mit Anpassungen durch den Zensus 2022, wie es im Migrationsbericht heißt.
Im Jahr 2024 stellten 229.751 Menschen einen Asyl-Erstantrag in Deutschland, das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 30,2 Prozent. Antragstellende aus Syrien (76.765 oder 33,4 Prozent), Afghanistan (34.149 oder 14,9 Prozent) und der Türkei (29.177 oder 12,7 Prozent) stellten dabei zahlenmäßig die größten Gruppen.
Im EU-Vergleich wurden 2024 die meisten Asylanträge in Deutschland (250.550) und Spanien (167.720) gestellt. Dabei verzeichneten Deutschland (minus 100.960 beziehungsweise minus 28,7 Prozent) und Österreich (minus 33.880 oder minus 57,2 Prozent) die größten absoluten Rückgänge bei den Antragszahlen. Seit 2013 ist Syrien das Hauptherkunftsland von Asylsuchenden in der EU.
O.Ignatyev--CPN