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Deutsche US-Exporte im Mai deutlich gesunken - Rückgang insgesamt weniger stark
Im Mai haben sich die Importzölle von US-Präsident Donald Trump deutlich in den Außenwirtschaftszahlen für Deutschland bemerkbar gemacht. Die deutschen Exporte in die USA gingen im Vergleich zum Vormonat um 7,7 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Die Exporte insgesamt sanken jedoch deutlich weniger stark, um 1,4 Prozent.
Demnach wurden im Mai Waren im Wert von 129,4 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert. Die USA waren trotz des Rückgangs mit 12,1 Milliarden Euro weiterhin der wichtigste einzelne Abnehmer deutscher Güter. Der Exportwarenwert in die USA im Mai war allerdings der niedrigste seit März 2022.
Insgesamt nahmen die deutschen Exporte in Staaten außerhalb der EU um nur 0,3 Prozent ab. Spürbar zurück gingen die Ausfuhren nach China, um 2,9 Prozent auf gut 6,8 Milliarden Euro, während nach Großbritannien 15,1 Prozent mehr exportiert wurde. Das Vereinigte Königreich zog so mit knapp 7,2 Milliarden Euro im Exportranking an China und der Schweiz (knapp sechs Milliarden Euro) vorbei.
Mehr als die Hälfte aller Exporte (71,3 Milliarden Euro) gingen in andere EU-Länder. Das war ein Rückgang um 2,2 Prozent. Wichtigste europäische Abnehmer waren Frankreich (9,6 Milliarden Euro), die Niederlande (9,0 Milliarden Euro) und Polen (8,2 Milliarden Euro).
Die Importe gingen insgesamt stärker zurück als die Exporte. Sie sanken im Vergleich zu April um 3,8 Prozent auf 111,1 Milliarden Euro. Die Importe aus anderen EU-Ländern sanken um 3,6 Prozent und aus Drittstaaten um 4,1 Prozent. Deutschland vergrößterte so seinen Exportüberschuss von 15,7 Milliarden Euro im April auf 18,4 Milliarden Euro im Mai.
Auch im Handel mit den USA verringerten sich die Importe noch stärker als die Exporte (minus 10,7 Prozent). Das von Trump scharf kritisierte Handelsbilanzminus der USA mit Deutschland vergrößerte sich weiter.
ING-Analyst Carsten Brzeski sprach von einem "weiteren enttäuschenden Monat für deutsche Exporte". Die Daten deuteten daraufhin, dass der Anstieg der Ausfuhren im Februar und März "fast ausschließlich" auf ein Vorziehen von Lieferungen in die USA angesichts drohender Zöllen zurückzuführen war.
"Die US-Handelspolitik drückt die deutschen Ausfuhren weiter in den Keller", erklärte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Volker Treier. "Auch insgesamt gehen die deutschen Ausfuhren erneut zurück. Die Unsicherheit bezüglich der US-Zölle hält weiter an."
Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), forderte den Abschluss eines Abkommens mit den USA, um Sicherheit zu schaffen. "Doch Vorsicht: Unsere Interessen müssen in einem Abkommen mit den USA abgebildet werden", schränkte er ein. "Wir brauchen einen fairen Deal für das gesamte Europa. Es darf nicht um jeden Preis abgeschlossen werden."
A.Levy--CPN