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Trump will Handelspartner ab Freitag über US-Zölle informieren
Wenige Tage vor Ablauf einer Frist im Zollstreit hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, seine Handelspartner vermutlich ab Freitag über die für sie geltenden Strafzölle zu informieren. "Wir werden ein paar Briefe verschicken, wahrscheinlich ab morgen", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) vor Journalisten. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic war in dieser Woche zu weiteren Gesprächen nach Washington gereist, er sprach im Onlinedienst X in der Nacht zu Freitag von einer "produktiven Arbeitswoche".
"Ich neige dazu, einen Brief zu verschicken und ihnen mitzuteilen, welche Zölle sie zahlen werden", sagte Trump. "Das ist viel einfacher." Die Länder würden die Zölle ab dem 1. August zahlen, fuhr der Republikaner fort. "Sie werden von vielleicht 60 oder 70 Prozent bis 10 oder 20 Prozent reichen."
Trump setzt systematisch auf Zölle, um anderen Ländern Zugeständnisse auch in anderen Bereichen abzuringen. Anfang April hatte er hohe Zollaufschläge gegen zahlreiche Staaten verhängt und diese dann kurz darauf für die meisten Länder für 90 Tage auf zehn Prozent reduziert. In dieser Zeit sollen Verhandlungen geführt werden.
Für die EU läuft die Frist am 9. Juli aus, für zahlreiche weitere Länder bereits am 8. Juli. Die betroffenen Staaten versuchen nun, Vereinbarungen mit den USA zu treffen, um höhere Zölle abzuwenden. US-Beamte haben signalisiert, dass in den kommenden Tagen mehrere Handelsabkommen angekündigt werden könnten.
EU-Handelskommissar Sefcovic hatte in dieser Woche weitere Verhandlungen in Washington geführt. "Abschluss einer produktiven Arbeitswoche in Washington, DC", schrieb Sefcovic bei X. Es sei gut gewesen, sich mit dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer, Handelsminister Howard Lutnick und Finanzminister Scott Bessent zu treffen, fügte er hinzu und veröffentlichte ein Foto von sich und Greer.
Er sei nun auf dem Rückweg nach Brüssel, die Arbeit gehe weiter, erklärte der EU-Handelskommissar weiter. "Unser Ziel ist unverändert: ein gutes und ehrgeiziges transatlantisches Handelsabkommen."
Der EU drohte Trump mit Zoll-Aufschlägen von 50 Prozent, wenn sie sich nicht bis zum 9. Juli mit den USA einigt, deutete jedoch auch die Möglichkeit einer Verlängerung der Frist an. 50 Prozent Zoll wäre das Fünffache der derzeit gültigen zehn Prozent - dieser von Trump eingeführte Basiszollsatz für die meisten Waren ist ebenfalls bereits deutlich höher als das vorherige Zollniveau.
Trump hat mit seiner Zollpolitik Streit mit Handelspartnern weltweit ausgelöst. Für bestimmte Produkte wie Autos gilt bereits ein erhöhter US-Zollsatz von 25 Prozent, für Stahl- und Aluminiumprodukte liegt er bei 50 Prozent.
C.Peyronnet--CPN