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Bildungsfinanzierung: SPD will hohe Erbschaften und Vermögen anzapfen
Zur Bekanntgabe der neuen Pisa-Bildungsstudie fordert die SPD einen höheren Beitrag Vermögender zur Bildungsfinanzierung. "Was für Schule, Ausbildung und Studium gilt, muss auch für den ersten Bildungsort gelten: Der Zugang darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen", heißt es in einem Präsidiumsbeschluss, welcher der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ, Dienstagsausgabe) vorliegt. Am Dienstagvormittag wurde die neue Pisa-Studie zum Bildungsstand von Jugendlichen in mehr als 90 Ländern veröffentlicht, derzufolge Deutschland schlechter abschneidet als je zuvor.
"Um die Länder zu stärken, die maßgeblich für Bildung zuständig sind, wollen wir millionenschwere Vermögen und sehr große Erbschaften stärker in die Verantwortung nehmen", heißt es laut "NOZ" in dem SPD-Beschluss weiter. Konkret gehe es darum, "Privilegien bei der Übertragung sehr großer Vermögen abzubauen und so zusätzliche Einnahmen für bessere Bildung für alle Kinder und Jugendlichen zu schaffen".
Das SPD-Präsidium bekräftigte in seinem Beschluss auch die Forderung nach Sprachtests vor dem Grundschulbesuch. "Kein Kind soll ohne die nötigen Grundfertigkeiten in die Schule starten – und keines die Grundschule verlassen, ohne ausreichend sprechen, zuhören, lesen, schreiben und rechnen zu können", heißt es darin. "Mit vier Jahren muss der Entwicklungsstand aller Kinder festgestellt werden (sprachliche und motorische Fähigkeiten) und wenn nötig eine verpflichtende, verbindliche Förderung im Jahr vor der Schule erfolgen." Darauf haben sich Union und SPD auch in ihrem Koalitionsvertrag geeinigt.
In dem Beschluss fordert die SPD auch eine "schrittweise Gebührenfreiheit" für Kindertagesstätten. "Bildung beginnt schon bei den ganz Kleinen", sagte SPD-Ko-Chefin und Bundessozialministerin Bärbel Bas der "NOZ". Gebührenfreiheit sei Bildungspolitik und Kitas seien der erste Bildungsort. "Deshalb müssen wir jetzt gemeinsam in gute Kitas investieren, in mehr Plätze, bessere Qualität und schrittweise Gebührenfreiheit."
Bund, Länder und Kommunen müssten dafür dauerhaft Verantwortung übernehmen, betonte Bas. "Und wo zusätzliches Geld für Bildung gebraucht wird, müssen millionenschwere Vermögen stärker zum Gemeinwohl beitragen". Gebührenfreie Kitas öffneten allen Kindern den Zugang zu früher Bildung und gäben ihnen Rückenwind für ihren weiteren Bildungsweg, sagte die Parteivorsitzende.
Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), sagte der "NOZ": "Wir müssen und wollen mehr in Bildung investieren. Die Beitragsfreiheit ist eine echte Entlastung für Familien und führt dazu, dass alle Kinder Zugang zur Kita haben. Sie ist eine wichtige Bildungseinrichtung und trägt zur Chancengleichheit bei."
H.Cho--CPN