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Tausende Schüler und Studenten nehmen an Bildungsprotesten in Griechenland teil
Inspiriert von den Protesten in Frankreich sind in Griechenland mehr als 10.000 Schüler, Studenten, Lehrer und Beamte gegen hohe Lebenshaltungskosten und das marode Bildungssystem auf die Straße gegangen. Allein in der Hauptstadt Athen versammelten sich laut Polizei am Mittwoch rund 5000 Menschen. In der Hafenstadt Thessaloniki zählten die Behörden 3000 Demonstranten. Ähnlich viele waren es laut dem Sender ERT in der westgriechischen Stadt Patras.
"Wie in Frankreich fordern auch wir in Griechenland eine öffentliche und kostenlose Bildung", sagte Katia Koubousidou, Vorsitzende einer Studentengewerkschaft an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki. Dies sei kein einmaliger Protest, betonte sie. "Wir haben Pläne, die Demonstrationen fortzuführen."
Bereits am Vortag bauten Studenten gegenüber dem Parlament in Athen und in Thessaloniki ihre Zelte auf. Zahlreiche Ärzte an staatlichen Krankenhäusern sowie Beamte schlossen sich den Protesten an und legten ihre Arbeit nieder. Schüler und Lehrkräfte prangerten einen massiven Personalmangel, marode Schulgebäude und sinkende Bildungsausgaben im Land an.
Laut der Lehrergewerkschaft OLME fehlen an weiterführenden Schulen landesweit 15.000 Lehrkräfte. Die Bildungsausgaben in Griechenland lagen 2023 mit rund drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts laut Eurostat deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 4,7 Prozent. Die Inflation gehörte im September mit 5,1 Prozent zu den höchsten in der Eurozone.
Die konservative Regierung in Athen hatte in den vergangenen Tagen derweil versucht, Parallelen zu den gewaltsamen Protesten in Frankreich zu vermeiden. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis betonte, das Land werde niemals in die von sozialen Unruhen geprägte Zeit während der Finanzkrise zwischen 2009 und 2018 zurückkehren.
Am Wochenende war es in Frankreich am Rande von Demonstrationen zu massiven Ausschreitungen gekommen: Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und mehrere Gebäude in Brand gesetzt. Es kam zu mehr als 2000 Festnahmen.
P.Petrenko--CPN