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Neuer Friedenspreisträger Sands kritisiert deutsches Schweigen zu Vorgehen Israels
Der neue Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, der Jurist und Autor Philippe Sands, hat der deutschen Bundesregierung ein unanständiges Schweigen zum Vorgehen Israels im Gazastreifen und gegen Palästinenser vorgeworfen. Bei der Verleihung des Friedenspreises am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche sagte Sands, Deutschland habe in der Vergangenheit viele Gräuel angeprangert und sei aktiv geworden. "Doch zu Israel, zum Gazastreifen und zum Westjordanland ist das deutsche Schweigen bis heute laut."
Sands verwies auf das Beispiel anderer Staaten wie Großbritannien und Frankreich, die anders als Deutschland Palästina als Staat anerkannt haben. Der britische Außenminister habe Israels Handlung in den besetzten Gebieten auch als "ethnische Säuberung" bezeichnet, sagte Sands. Mit Blick auf die deutschen Verbrechen an Juden im Nationalsozialismus sagte der neue Friedenspreisträger weiter, "Deutschland kennt sich aus mit ethnischer Säuberung. Warum also das Schweigen?"
Es könne schwierig sein, die Wahrheit zu sagen. Aber auch für Kritik an Israel müsse gelten, "es ist nicht antisemitisch, es ist nicht Anti-Israel, es ist die Wahrheit." Eine nicht rassistische Staatsräson für Deutschland, 80 Jahre nach den Nürnberger Prozessen, müsse doch wohl das Schweigen über Völkerstraftaten brechen, wo auch immer sie geschehen. "Auch wenn es Freunde sind, vor allem wenn es Freunde sind."
Sands sprach in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der Jurist und Schriftsteller nannte dabei seiner Meinung nach in Deutschland existierende "Debattenbeschränkungen" zum Vorgehen Israels "beunruhigend".
Sands ist Experte für internationales Recht und wirkt etwa am Internationalen Gerichtshof im niederländischen Den Haag, außerdem veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Intellektuelle im deutschen Kulturbetrieb.
S.F.Lacroix--CPN