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Schädling für die Landwirtschaft: Invasive Zikade erstmals in der EU entdeckt
Sie gilt als ernsthafte Bedrohung für Weinreben, Obstbäume und andere Kulturpflanzen: In der EU ist nach Angaben der ungarischen Behörden erstmals eine Gepunktete Laternenträgerzikade entdeckt worden. Das ursprünglich aus subtropischen Regionen Asiens stammende Insekt mit dem wissenschaftlichen Namen Lycorma delicatula, das in den USA bereits zu Verlusten für Landwirte in Millionenhöhe geführt hat, wurde im Verwaltungsbezirk Bács-Kiskun gefunden, der im Süden Ungarns an Serbien grenzt.
Die Zikade kann eine Größe von rund zweieinhalb Zentimetern erreichen und bei einem massenhaften Befall zahlreiche Kulturpflanzen und diverse Baumarten empfindlich schwächen. Nach Angaben des ungarischen Lebensmittelsicherheitsamtes Nebih vom Donnerstag wurde die Behörde von einem Anwohner auf das Insekt aufmerksam gemacht, der die Art nicht bestimmen konnte.
Laboruntersuchungen hätten anschließend bestätigt, dass es sich um die Gepunktete Laternenträgerzikade handelte. Daraufhin sei mit der Umsetzung der erforderlichen Quarantänemaßnahmen begonnen worden. Die Wachsamkeit der Öffentlichkeit und eine frühzeitige Meldung seien entscheidend, um eine Ausbreitung zu verhindern, erklärte die Behörde.
Gravierende Schäden hat das Insekt bereits in den USA angerichtet, wo die Gepunktete Laternenträgerzikade erstmals 2014 entdeckt worden war. Eine Studie der Universität von Pennsylvania aus dem Jahr 2020 bezifferte die durch das Insekt verursachten jährlichen Verluste allein in diesem Bundesstaat auf 554 Millionen Dollar.
In Deutschland verweist auch das Bundeslandwirtschaftsministerium auf das hohe Schadpotenzial der Zikade, "da sie neben Obstbäumen auch Weinreben, Hopfen und diverse Baumarten befällt und sich sehr schnell vermehrt". Neben den USA habe die "sehr hübsche, aber gefährliche Zikade" auch in Südkorea hohe Schäden angerichtet, erklärte das Ministerium bereits im Mai 2025.
Demnach kann die Gepunktete Laternenträgerzikade als "blinder Passagier" mit dem internationalen Waren- oder Reiseverkehr verschleppt werden. So seien bei einer Importkontrolle von Holzpaletten mit Granitsteinen aus China 2022 in Brandenburg drei Nymphen der Art festgestellt worden, erklärte das Ministerium.
Wichtig sei die Hilfe der Bevölkerung: "Falls Sie die Gepunktete Laternenträgerzikade entdecken, sollten Sie diese möglichst einfangen oder, falls nicht möglich, fotografieren, Fundort und Datum vermerken und den zuständigen Pflanzenschutzdienst informieren", empfahl das Bundeslandwirtschaftsministerium. Die in den Bundesländern zuständigen Behörden werden unter anderem auf der Website des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen, dem Julius Kühn-Institut, .
A.Leibowitz--CPN