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Studie: Klimabedingte Extremwetterereignisse bedrohen Lebensräume von Landtieren
Die Zunahme von Extremwetterereignissen aufgrund des Klimawandels könnte in den kommenden 60 Jahren massive Folgen für die heutigen Lebensräume von mehr als einem Drittel der Landtiere haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Studie eines Forschungsteams unter Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Dies könne deutlich stärkere Auswirkungen auf die Artenvielfalt bedeuten als bisher angenommen.
Bereits eine einzige Hitzewelle, Überschwemmung oder ein Flächenbrand könne Tierpopulationen dezimieren, warnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. "Der Klimawandel und insbesondere Extremereignisse werden in der Naturschutzplanung immer noch stark unterschätzt", sagte die PIK-Forscherin und Leitautorin der im Fachjournal "Nature Ecology & Evolution" veröffentlichten Studie, Stefanie Heinicke.
Es gehe bei der Erwärmung "um so viel mehr als eine schleichende Veränderung der Temperatur", warnte Heinicke weiter. Insbesondere wenn mehrere Arten von Extremereignissen aufeinanderfolgen, verstärken sich laut der Studie die Auswirkungen auf Arten und Lebensräume. Eine Population, die bereits durch eine Dürre geschwächt sei, könne etwa einem nachfolgenden Waldbrand oft nicht standhalten.
Für ein Szenario ungebremster Erwärmung stellten die beteiligten Forscherinnen und Forscher fest, dass im Jahr 2050 sogar etwa 74 Prozent der Lebensräume von Landtieren durch Hitzewellen bedroht sein könnten. 16 Prozent könnten dann durch Waldbrände gefährdet sein, acht Prozent durch Dürren und drei Prozent durch Flussüberschwemmungen.
Zu den betroffenen Gebieten gehören laut der Studie besonders artenreiche Hotspots im Amazonasbecken, in Afrika und Südostasien. Als einen entscheidenden Befund der Studie wertete Ko-Autorin und PIK-Forscherin Katja Frieler besonders die Rolle von Waldbränden, die in den Prognosen demnach "eine dominante Rolle spielen". Die Erkenntnis, "dass Feuer in vielen Regionen eine größere direkte Bedrohung darstellen als Dürren, schließt eine entscheidende Wissenslücke in der Forschung", hob Frieler hervor.
Als Ausweg empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem die rasche Verringerung der Treibhausgas-Emissionen. "Wir können einen großen Unterschied bewirken, indem wir die Emissionen ab heute so schnell wie möglich senken", betonte Heinicke. Gelänge es, diese zügig auf netto-null zu bringen, wären voraussichtlich bis zum Jahr 2085 statt eines Drittels nur neun Prozent der Lebensräume von an Land lebenden Arten von multiplen Extremereignissen betroffen.
Die Studie baut auf früheren Forschungsergebnissen auf. Diese hatten bereits gezeigt, dass nach den Bränden in Australien in den Jahren 2019 und 2020 in Gebieten, die zuvor eine Dürre erlebt hatten, um 27 bis 40 Prozent stärkere Rückgänge bei Pflanzen- und Tierarten zu verzeichnen waren als in nicht vorbelasteten Regionen.
P.Gonzales--CPN