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Rendite französischer Staatsanleihen steigt erstmals seit 2002 über fünf Prozent
Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen ist erstmals seit 2002 auf über fünf Prozent gestiegen. Auch der Unterschied zu zehnjährigen deutschen Staatsanleihen, die als europäischer Richtwert gelten, stieg am Mittwoch auf fast 160 Basispunkte. Frankreichs Staatsschuldenkrise verschärfte sich damit weiter: Je höher die Rendite, desto teurer kommt Paris die Finanzierung seiner Schulden zu stehen.
In den vergangenen Wochen hatten viele Anleger französische Staatsanleihen abgestoßen. Auch vor dem Hintergrund der massiven Protestwelle mit zahlreichen gewaltsamen Ausschreitungen wachsen die Zweifel daran, dass die Regierung in Paris in der Lage ist, die Ausgaben einzudämmen. Marktanalysten warten zudem auf eine Bewertung der Ratingagentur Moody’s, die am Freitag über die Bonität Frankreichs entscheidet. Eine Herabstufung würde die Kreditkosten weiter in die Höhe treiben.
Premierminister Sébastien Lecornu versucht derzeit, den Haushalt für 2027 im Parlament zu verabschieden. Für die angestrebten Ausgabenkürzungen in Höhe von 43 Milliarden Euro fehlt ihm bislang aber die Mehrheit. Und auch diese Einsparungen würden das Staatsdefizit Frankreichs nur auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung senken - deutlich mehr als die für EU-Mitglieder geltende Obergrenze von drei Prozent. Die Demonstrierenden fordern derweil unter anderem höhere Ausgaben für Schulen und Bildung.
Ng.A.Adebayo--CPN