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Netzentgelte für Gas steigen voraussichtlich - Stromnetzkosten im Schnitt stabil
Die Netzentgelte für Gas dürften im kommenden Jahr im bundesweiten Schnitt spürbar steigen. Die bislang veröffentlichten vorläufigen Preisblätter der Netzbetreiber deuten auf einen Anstieg um über zwei Prozent hin, wie aus Daten des Energiedatendienstleisters Ene't hervorgeht. Bei den Stromnetzentgelten gibt es demnach im Schnitt kaum Veränderungen, örtlich aber sehr wohl.
Laut Ene't hatten bis Donnerstag zwar nur 293 von 678 Gasnetzbetreibern ihre vorläufigen Daten für 2027 veröffentlicht. Weil darunter jedoch viele große Anbieter sind, decken die Daten bereits rund 77 Prozent des Bundesgebiets ab. Für Haushaltskunden mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden ergibt sich demnach ein durchschnittlicher Anstieg um 2,4 Prozent oder knapp 13 Euro.
Beim Strom liegen bislang 217 von 839 Preisblätter vor, die Gebietsabdeckung liegt damit bereits bei gut 86 Prozent. Für Haushalte mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden ergibt sich demnach praktisch keine Veränderung (knapp 358 Euro). Für Haushalte mit niedrigen Verbräuchen von 1500 Kilowattstunden deutet sich ein Anstieg um knapp 0,5 Prozent an, was knapp einem Euro entspricht.
Der Finanzratgeber Finanztip, der die Daten im Detail ausgewertet hat, verweist jedoch auf große regionale Unterschiede. "Im Netzgebiet der Stadtwerke Wesel in Nordrhein-Westfalen steigen die vorläufigen Gas-Netzentgelte für einen Musterhaushalt um rund 145 Euro brutto im Jahr", erklärte Finanztip. "Im Netzgebiet Wörth/Altheim in Bayern steigen die Strom-Netzentgelte um rund 94 Euro."
In anderen Netzgebieten, etwa beim Gasnetz in Mühlhausen in Thüringen und beim Stromnetz in Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, sinken die Netzentgelte hingegen deutlich. "Die großen regionalen Unterschiede zeigen: Der Bundesdurchschnitt hilft dem einzelnen Haushalt nur begrenzt weiter. Entscheidend ist das Netzgebiet vor Ort", sagt Benjamin Weigl, Energieexperte bei Finanztip.
Die Netzentgelte machen im Schnitt rund ein Viertel der Strom- und Gasrechnungen privater Haushalte aus. Für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden schlugen die Stromnetzgebühren in diesem Jahr mit im Schnitt gut 496 Euro zu Buche.
L.K.Baumgartner--CPN