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Souveräne KI: Französisches Unternehmen Mistral stellt neues Modell vor
Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte französische Startup Mistral hat die Einführung eines neuen Modells angekündigt, mit dem das Unternehmen im KI-Wettrennen Boden gutmachen will. Das neue Modell ML4 werde es Nutzern erlauben, die Parameter der KI anzupassen, teilte Mistral am Dienstag mit. Dies soll demnach nicht nur eine bessere Leistung ermöglichen - sondern auch mehr Sicherheit für Kunden, die ihre Daten privat halten wollen.
Anders als geschlossene KI-Modelle etwa von den US-Anbietern Anthropic oder OpenAI, ist das neue Mistral-Modell mit dem Spitznamen Chonk ein sogenanntes Open-Weight-Modell (Deutsch: Offene Gewichte). Das bedeutet, dass die Parameter - also vereinfacht gesagt die Stellschrauben zur Funktionsweise der KI - heruntergeladen und angepasst werden können.
Hintergrund ist, dass Mistral darauf setzt, dass Unternehmen und staatliche Stellen zunehmend nach besserer Kontrolle über die von ihnen eingesetzte KI streben, statt sogenannte proprietäre KI zu nutzen, also Modelle, die geschlossen sind. Denn für Nutzer dieser Modelle geht dies mit der Weitergabe von Daten an Dritte bei gleichzeitig weniger Transparenz oder Kontrolle einher; zudem können geschlossene Modelle je nach Nutzung deutlich teurer sein.
Mit dem neuen Open-Weight-Modell von Mistral sollten Unternehmen und öffentlicher Sektor nun "die Intelligenz, die Daten, die Rechenleistung und die Abläufe steuern können, die ihrer kritischen Infrastruktur zugrunde liegen", erklärte das französische Unternehmen - und zwar "ohne ihr wertvollstes Wissen an Dritte außerhalb ihrer eigenen Organisation weiterzugeben".
Chonk stehe Entwicklern und Behörden als öffentliche Vorschau zum Testen zur Verfügung, führte Mistral aus. Am 27 Oktober sollten dann die "Gewichte" - also die Parameter des Modells - veröffentlicht werden.
Mistral ist Europas führender Entwickler von KI-Modellen und war bei einer Finanzierungsrunde im September mit 21 Milliarden Euro bewertet worden. Damit liegt das Unternehmen weit hinter der Konkurrenz aus den USA zurück: Anthropic etwa bereitet Berichten zufolge in den kommenden Wochen einen Börsengang vor, bei dem das Unternehmen mit zwei Billionen Dollar bewertet werden könnte.
Doch die geschlossenen Modelle von US-Anbietern dominieren derzeit zwar den Markt, sehen sich aber auch mit wachsender Konkurrenz durch offenere Modelle insbesondere aus China konfrontiert, die von Kunden auf spezifische Bedürfnisse zugeschnitten werden können und oftmals günstiger sind.
Mistral hob am Dienstag hervor, dass das in europäischen Rechenzentren trainierte ML4-Modell hinsichtlich bisheriger Leistungsergebnisse zu den besten verfügbaren Open-Weight-Modelle zähle. Kunden sollen das Modell demnach entweder auf ihre eigenen Server herunterladen oder über die Infrastruktur von Mistral nutzen können.
C.Peyronnet--CPN