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Haushaltslage in Frankreich und politische Unsicherheit setzen Euro unter Druck
Sorgen über die hohe Staatsverschuldung in Frankreich haben den Euro auf den tiefsten Stand seit fast anderthalb Jahren sinken lassen. Gegenüber dem Dollar fiel der Wert der Gemeinschaftswährung am Montag auf den niedrigsten Kurs seit Mai 2025. Ein geringerer Eurokurs verteuert Treibstoffimporte, da diese international vor allem in Dollar gehandelt werden - zugleich werden für die deutsche Exportwirtschaft die Bedingungen auf dem Weltmarkt dadurch günstiger.
Am Montag hatte der Euro insbesondere aufgrund der Haushaltslage in Frankreich weiter nachgegeben und wurde zwischenzeitlich für 1,1161 Dollar gehandelt. Zum Vergleich: Anfang des Jahres waren zeitweilig für einen Euro noch rund 1,20 Dollar nötig gewesen, der Euro war damals also deutlich stärker.
Beeinflusst wird die aktuelle Entwicklung durch Bedenken wegen der Haushaltslage in Frankreich, die auch die Rendite für französische Staatsanleihen in die Höhe treibt - also letztlich den Risikoaufschlag, den Investoren dafür verlangen, wenn sie dem Staat Geld leihen. Anfang Oktober hatte die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen 4,8 Prozent erreicht, den höchsten Stand seit 2008. Hintergrund ist, dass die französische Staatsverschuldung im kommenden Jahr voraussichtlich auf fast 122 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigt - trotz geplanter Ausgabenkürzungen in Milliardenhöhe.
Hinzu kam am Montag die Ankündigung vorgezogener Neuwahlen in Spanien. Dies sorge für "zusätzliche Unsicherheit", erklärte Marktstratege Patrick Munnelly von der Tickmill Group. "Das politische Risiko in Europa belastet den Euro."
Am Dienstagmorgen zeichnete sich bei den Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen indes etwas Entspannung ab: Sie sanken auf 4,75 Prozent, wodurch sich auch der sogenannte Spread gegenüber deutschen Bundesanleihen (3,44 Prozent), die als europäischer Referenzwert gelten, wieder verringerte.
Die gute Nachricht sei, dass Frankreich am Montag bei der Auktion von Staatsanleihen 6,7 Milliarden Euro aufgenommen habe, erklärte Ipek Ozkardeskaya von Swissquote. Dennoch sei die "schwierige Lage im Vorfeld der Präsidentschaftswahl noch lange nicht ausgestanden", fügte sie hinzu und verwies darauf, dass zu den Spitzenkandidaten Vertreter der extremen Linken und der extremen Rechten zählten - und kein Lager scheine bereit, Haushaltsdisziplin zur Priorität zu machen. "Leider könnte der Markt sie dazu zwingen."
M.García--CPN