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Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent
Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg meldete am Montag, dass knapp 88.600 Pkw mit Elektromotor im September neu zugelassen wurden. Ihr Marktanteil stieg damit laut der Beratungsgesellschaft EY im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,2 Prozentpunkte auf den neuen Rekordwert von 34,5 Prozent.
Demnach nahmen besonders die Neuzulassungen von E-Autos auf Privatkäufer zu - im August um 141 Prozent im Vorjahresvergleich. Bei Unternehmen habe dieser Anstieg bei 33 Prozent gelegen.
Das Bundesumweltministerium teilte mit, dass von Mitte Mai bis Anfang Oktober 100.000 Anträge auf die E-Auto-Prämie bewilligt worden seien. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) erklärte: "Jedes zusätzliche Elektroauto macht unser Land unabhängiger von teuren Ölimporten und internationalen Konflikten."
Die staatliche E-Auto-Förderung kann seit dem 19. Mai beantragt werden, gilt aber rückwirkend für seit 1. Januar zugelassene Autos. Die Förderung richtet sich vor allem an Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen und kann je nach Automodell, Haushaltsgröße und Einkommen 1500 bis 6000 Euro betragen.
Schneider erklärte, ihm sei besonders wichtig, dass die soziale Staffelung wirke: "Endlich können sich auch Haushalte ein Elektroauto leisten, die vorher nicht einmal daran gedacht haben. Dabei hilft die Leasing-Option." Rund die Hälfte der Antragstellenden haben demnach ein Haushalts-Jahreseinkommen bis maximal 45.000 Euro.
"Dazu kommt: Endlich kommen auch Kleinwagen deutscher Hersteller auf den Markt", erklärte der Umweltminister. Automarktexperte Gall erwartet, dass die deutschen Autokonzerne dank neuer Einstiegs-Elektroautos in den kommenden Monaten "stärker als bisher" vom Wachstum auf dem E-Auto-Markt profitieren werden.
Noch beliebter als Pkw mit reinem Elektroantrieb waren im September Pkw mit Hybridantrieb: Davon wurden laut KBA knapp 98.900 Pkw neu zugelassen, der Anteil erreichte 38,5 Prozent.
Die Neuzulassungen von Benzinern sank dagegen stark um rund 29 Prozent im Vorjahresvergleich auf rund 44.600 Pkw; ihr Anteil betrug damit noch 17,4 Prozent. Der Anteil der Dieselautos an den Neuzulassungen lag bei nur noch 9,0 Prozent - es waren noch rund 23.000 Pkw und damit rund 20 Prozent weniger als im September 2025.
Automarktexperte Gall erklärte, die Hersteller befänden sich in einem Dilemma - sie fragten sich, ob es sich lohne, auf einen dauerhaften Aufwärtstrend bei Elektroautos zu setzen. Seiner Ansicht nach lässt es sich "kaum vorhersagen", ob die Kunden nach Ende der E-Auto-Prämie zum Verbrenner zurückkehrten.
Er kritisierte die Politik: "Prämie an, Prämie aus, neue Regeln: Das macht eine verlässliche Planung für die Hersteller nahezu unmöglich. Wer Milliarden in Werke, Batterien und Lieferketten investiert, braucht Planungssicherheit über Jahre und nicht nur über eine Förderperiode."
Die Stimmung in der Autoindustrie hat sich laut aktueller Umfrage des Münchner Ifo-Institut im September stark verschlechtert. Ifo-Expertin Anita Wölfl sieht die Branche "weiterhin in der Krise".
H.Müller--CPN