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UNHCR: Kürzung von Hilfgeldern gefährdet 8,3 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene
Aufgrund der massiven Kürzung von Hilfsgeldern könnten nach UN-Angaben fast 8,3 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene ihre lebenswichtige Unterstützung durch das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) verlieren. "Die Fähigkeit des UNHCR, Flüchtlinge, Binnenvertriebene und Staatenlose zu schützen und zu unterstützen, wird durch einen anhaltenden und sich verschärfenden Finanzierungsengpass untergraben", hieß es am Dienstag in einem Bericht der Organisation.
Das UNHCR erklärt darin, dass die verfügbaren Mittel von 5,2 Milliarden US-Dollar (rund 4,5 Milliarden Euro) im Jahr 2024 auf 3,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 gesunken seien. Die Zahl der schutzbedürftigen Menschen hingegen verharre weiterhin auf einem historisch hohen Niveau. Die Organisation benötigt eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr 8,5 Milliarden Dollar, um die Geflüchteten zu schützen, hat bis Ende Juli allerdings nur 2,7 Milliarden Dollar und damit gerade mal knapp ein Drittel des benötigten Betrags erhalten.
Dies bedeute, dass fast 8,3 Millionen der Betroffenen "Gefahr laufen, den Zugang zu Hilfen des UNHCR zu verlieren", erklärte die Organisation. Die Kürzungen der Mittel brächten weltweit "die Strukturen zur Unterstützung und zum Schutz von Flüchtlingen an ihre Grenzen".
Das Flüchtlingshilfswerk erklärte, es habe Reformen unternommen und Maßnahmen ergriffen, um die wichtigsten Aufgaben weiterhin ausführen zu können. Nun beeinträchtige die anhaltende Finanzierungslücke jedoch auch die priorisierten Projekte.
"Der Schutz kann nicht auf unbestimmte Zeit eingeschränkt werden, ohne dass die Systeme zusammenbrechen", sagte UNHCR-Vertreter Dominique Hyde. Unter einer bestimmten Schwelle würden die Hilfen nicht nur weniger Menschen erreichen, sondern könnten gänzlich zusammenbrechen.
Im Tschad etwa gebe es Verzögerungen bei der Registrierung von 319.000 Flüchtlingen, wodurch 233.000 Kinder möglicherweise keinen Schutz mehr erhielten. In Äthiopien seien die Kinderschutzmaßnahmen in einigen Gebieten um bis zu 85 Prozent zurückgegangen. Im Sudan seien die Schutzmaßnahmen für Zehntausende Opfer sexueller Gewalt und für gefährdete Kinder bedroht.
Nach Angaben des UNHCR gab es Ende 2025 weltweit rund 117,8 Millionen gewaltsam aus ihrer Heimat vertriebene Menschen. Gegenüber dem Rekordwert von 123,2 Millionen im Jahr 2024 stellt das einen Rückgang dar.
A.Agostinelli--CPN