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Zahl der Firmenpleiten steigt im ersten Halbjahr auf höchsten Stand seit 13 Jahren
Die Zahl der Firmenpleiten ist im ersten Halbjahr um 6,7 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen - auf den höchsten Wert seit 13 Jahren. Insgesamt registrierten die Amtsgerichte von Januar bis Juni 12.812 Unternehmensinsolvenzen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Eine höhere Zahl gab es zuletzt im ersten Halbjahr 2013.
Allein im Juni stieg die Zahl der Unternehmenspleiten um 15,8 Prozent im Vorjahresvergleich - auf insgesamt 2266. Das sei der höchste Monatswert seit 14 Jahren, erklärte der Mittelstandsexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Marc Evers. "Die schon lange schleppende Binnenkonjunktur, hohe und weiter steigende Kosten für Energie und Arbeit sowie überbordende Bürokratie nehmen vielen Unternehmen die Luft."
Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im ersten Halbjahr laut Statistikamt insgesamt 36,2 Unternehmensinsolvenzen. Am höchsten war die Insolvenzhäufigkeit im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 71,6 Fällen je 10.000 Unternehmen, danach folgten das Gastgewerbe mit 59,6 Fällen und das Baugewerbe mit 53,4 Insolvenzen.
Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich den Angaben zufolge im ersten Halbjahr auf rund 18,5 Milliarden Euro. Das war zwar ein Rückgang im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025, sei aber darauf zurückzuführen, dass damals mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt hatten, erläuterte das Statistikamt.
DIHK-Experte Evers nannte die Insolvenzzahlen ein Warnsignal an die Koalition: Sie dürfe jetzt nicht von ihrem Reformkurs abweichen. "Um von den Insolvenzrekorden wegzukommen, brauchen wir eine schnelle Umsetzung der vereinbarten Reformen und insgesamt eine Wirtschaftspolitik, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen wieder in den Fokus rückt", forderte er. Wichtig für die Betriebe sei eine wirkliche Verbesserung der Bedingungen an unserem Wirtschaftsstandort.
Nötig sei ein "verlässlicher und planbarer wirtschaftspolitischer Kurs", mahnte Evers. "Dies gilt erst recht in Zeiten, in denen der Wettbewerbsdruck im Inland wie auch im Ausland immer stärker wird."
P.Schmidt--CPN