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Günther pocht auf Festhalten an Treibhausgasneutralität bis 2045
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) wendet sich gegen Überlegungen einiger Unionspolitiker, die das deutsche Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 infrage stellen. "Ich verstehe diese Diskussion wirklich nicht", sagte Günther dem Portal t-online.de laut Mitteilung vom Sonntag. "Das Klimaziel steht im Koalitionsvertrag und in unserem Wahlprogramm", stellte er klar.
"Wenn wir das in Deutschland nicht schaffen, wie wollen wir andere Länder in der Welt davon überzeugen, dass es der richtige Weg ist?", sagte Günther weiter. "Deutschland war immer stark, weil wir in den Technologien führend und deshalb im Export erfolgreich waren", hob er hervor. "Das muss wieder so werden. Und dafür dürfen wir unseren Ehrgeiz jetzt nicht zügeln."
Der Ministerpräsident widersprach auch Vorschlägen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), aus Kostengründen und wegen fehlender Netzkapazitäten den Ausbau erneuerbarer Energien zu drosseln. "Ich wehre mich überhaupt nicht dagegen, dass wir effizienter sein und die Energiekosten senken müssen", sagte er in dem Interview, fügte aber hinzu: "Ich glaube, dass beides zusammen geht." Es gebe hier keinen Gegensatz. Richtig sei vielmehr. "Wir bekommen kostengünstige Energie, indem wir in erneuerbare Energien investieren."
Zu den Netzkapazitäten sagte Günther: "Mich nervt es auch, dass die Netze in Deutschland bisher nicht gut genug ausgebaut sind. Nur die Antwort darauf muss doch sein, die Netze jetzt schneller auszubauen." Dies sei in Schleswig-Holstein auch schon erfolgt. Es sei wichtig, dass hier "die Prioritäten weiterhin richtig gesetzt werden".
Kritik übte Günther an den deutschen Autoherstellern, die den Elektromarkt zu wenig in den Blick genommen hätten. "Wir haben es in Deutschland leider versäumt, bei der Elektromobilität voranzugehen", sagte der CDU-Politiker. "Es wäre eine Stärke gewesen, wenn wir als Land der Automobilindustrie bei diesen modernen Antriebsformen ganz vorne gewesen wären."
"Das hätte unseren Autobauern international geholfen. Denn in vielen Ländern ist E-Mobilität längst das Maß aller Dinge", hob Günther weiter hervor. Er verwies dabei ebenso auf Versäumnisse beim Aufbau einer Batterieproduktion in Deutschland. Auch dies werfe "kein gutes Licht" auf die deutschen Hersteller.
M.García--CPN