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Amazons Cloud-Geschäft boomt - Konzernumsatz und -gewinn aber unter Erwartungen
Das Cloud-Geschäft von Amazon boomt, Umsatz und Gewinn des Konzerns insgesamt sind im dritten Quartal dennoch hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Amazon verbuchte von Juli bis September Erlöse in Höhe von rund 202 Milliarden Dollar - zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum - und einen leicht rückläufigen Nettogewinn von 20,7 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Die Cloud-Sparte AWS steigerte das Wachstum das sechste Mal in Folge.
AWS ist der Weltmarktführer bei Cloud-Computing. Weil das Unternehmen dafür bereits über große Mengen Rechenleistung verfügt, die auch für Künstliche Intelligenz gebraucht werden, ist es im Rennen um die Technologie gut positioniert.
Zugleich investiert Amazon weiter massiv, im dritten Quartal waren es 77,3 Milliarden Dollar. Die wichtigsten Konkurrenten, die Google-Mutter Alphabet sowie Microsoft, meldeten in dieser Woche Investitionen in ähnlicher Größenordnung (51 Milliarden und 45,2 Milliarden Dollar). Für das Gesamtjahr hält Amazon an seinem Investitionsziel von 220 Milliarden Dollar fest und plant, im Jahr 2027 "deutlich mehr" auszugeben, wie Konzernchef Andy Jassy bekanntgab.
Über zwölf Monate gesehen übersteigen damit die Ausgaben die Einnahmen deutlich. Die im operativen Geschäft generierten Mittel reichen auch bei Amazon nicht mehr aus, um die Investitionen zu finanzieren. Wie auch Alphabet und Microsoft verschuldet sich der Konzern aus Seattle deshalb stark. Seit Ende 2025 ist die Schuldensumme um das 2,6-Fache auf rund 173 Milliarden Dollar angestiegen.
Zugleich verlangsamte sich das Wachstum im Werbegeschäft - von 26 Prozent im Vorquartal auf elf Prozent. Amazon führt dies darauf zurück, dass es seine "Prime Day"-Aktionen auf Juni vorverlegt hatte. Analysten warnten jedoch, dass schwache Werbeeinnahmen im Zusammenhang mit der Verbreitung von KI stehen könnten.
Dieses Problem hat auch der Konkurrent Alphabet. Der Google-Konzern hatte am Mittwoch zwar eine 25-prozentige Umsatzsteigerung gemeldet, der Nettogewinn ging jedoch um 25 Prozent zurück. Das Werbe- und Suchmaschinengeschäft ist weiterhin bei weitem das finanziell wichtigste, wächst aber inzwischen deutlich langsamer.
Die Google-Aktie stürzte in der Folge ab, auch der Amazon-Titel verlor nach Veröffentlichung der Quartalszahlen an Wert. Die Ergebnisse der Konzerne nähren die Furcht, dass ihre Geschäfte nicht ausreichen, um die massiven Ausgaben für den KI-Hochlauf zu stemmen.
Amazon setzt wie auch etwa Microsoft neben Schulden auf Einsparungen. Der Software-Konzern bot in dieser Woche rund 60.000 Mitarbeitern freiwillige Abgänge an, Amazon will 30.000 Bürojobs streichen.
Y.Ponomarenko--CPN