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EU will mehr als 816 Millionen Euro für Schutz der Ozeane geben
Bei der internationalen Meeresschutzkonferenz "Our Ocean" in Panama-Stadt hat die Europäische Union 816,5 Millionen Euro für den Schutz der Meere im Jahr 2023 zugesagt. Die EU will die Ozeane laut einer Erklärung von Donnerstag "schützen, wiederbeleben und pflegen". "Die Ozeane sind Teil dessen, was wir sind, und wir sind gemeinsam für sie verantwortlich", erklärte der für Fischerei zuständige EU-Kommissar Virginijus Sinkevicius demnach.
Die EU bekräftige mit der Finanzierung "ihr starkes Engagement für die internationale Meerespolitik", teilte Brüssel weiter mit. Die 816,5 Millionen Euro verteilen sich demzufolge auf "39 Verpflichtungen", darunter etwa 320 Millionen Euro für die "Meeresforschung zum Schutz der biologischen Vielfalt der Meere und zur Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane".
Führende Politiker kamen am Donnerstag bei der Konferenz zusammen, um über die vielfältigen Bedrohungen für die Weltmeere zu diskutieren - vom Klimawandel und Verschmutzung bis hin zu Überfischung und Rohstoffabbau. Zu der zweitägigen Konferenz "Our Ocean" in dem mittelamerikanischen Land werden etwa 600 Regierungsvertreter, Geschäftsleute, Umweltaktivisten und Wissenschaftler erwartet. Besprochen wird die Ausweitung von Meeresschutzgebieten, die Verringerung von Stressfaktoren für die Ozeane und die Sicherstellung einer nachhaltigen "blauen Wirtschaft" - das Pendant zu einer grünen Wirtschaft in Bezug auf die Meere.
UN-Generalsekretär António Guterres rief am Mittwoch die Unterhändler der Mitgliedsstaaten dazu auf, ein "robustes und ehrgeiziges" Hochsee-Abkommen abzuschließen. Die Weltgemeinschaft berät darüber seit mehr als 15 Jahren. "Unsere Weltmeere stehen seit Jahrzehnten unter Druck. Wir können den Ozean-Notstand nicht länger ignorieren", sagte er. Die Hohe See, die keinem Land untersteht, macht mehr als 60 Prozent der Ozeane und fast die Hälfte der Oberfläche des Planeten aus.
Die 2014 ins Leben gerufene Konferenz "ist der Schlüssel zur Aufrechterhaltung des politischen Willens zum Schutz der Meere", sagte Courtney Farthing von der Nichtregierungsorganisation Global Fishing Watch.
Das Treffen findet zu einem Zeitpunkt statt, zu dem multinationale Unternehmen die Bodenschätze in den Meeren ins Auge fassen. Dazu gehören so genannte Manganknollen, die sich auf dem Meeresboden ablagern und Metalle enthalten, die für die Herstellung von Batterien wichtig sind. Umweltschützer warnen, dass ihr Abbau verheerende Folgen für die Ökosysteme der Tiefsee hätte.
Die Ozeane bedecken drei Viertel der Erdoberfläche und sind die Heimat von 80 Prozent allen Lebens auf dem Planeten. Sie bieten Nahrung für mehr als drei Milliarden Menschen und stellen wichtige Handelsrouten dar.
D.Philippon--CPN