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UNO warnt vor weiterem Rückgang weltweiter Wasserreserven
Schmelzende Gletscher, ausgetrocknete Flüsse: Die Vereinten Nationen warnen vor einem weiteren Rückgang der weltweiten Wasserreserven. Die Gesamtmenge des in Grundwasser, Seen, Flüssen, Böden, Eis und Schnee gespeicherten Süßwassers schrumpfe weiter, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Das Klimaphänomen El Niño könne diesen langfristigen Trend zusätzlich verstärken.
WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo äußerte sich besonders besorgt über den Rückgang der "nachhaltigen Reserven" wie Grundwasser und Gletscher. Diese hätten traditionell als Puffer für schlechte Jahre gedient und dafür gesorgt, dass sich einzelne Dürren oder Trockenzeiten nicht "unmittelbar in einer Wasserkrise verwandeln".
"Jetzt plündern wir dieses Sparkonto", warnte Saulo vor Journalisten. "Wir greifen auf unsere Reserven zurück."
Laut dem WMO-Bericht markierte 2025 bereits das vierte Jahr in Folge, in dem die Gletschermassen in allen Regionen der Welt erheblich schrumpften. Bereits zwischen 2023 und 2025 gingen demnach insgesamt 1400 Gigatonnen Wasser an Masse verloren – ungefähr so viel wie nötig wäre, um 560 Millionen olympische Schwimmbecken zu füllen, oder etwa ein Drittel der jährlichen Süßwasserentnahmen weltweit.
Gleichzeitig schrumpfen die globalen Grundwasserbestände in vielen Teilen der Welt seit Jahren. "Fast zwei Drittel der weltweit überwachten Brunnen wiesen 2025 Bedingungen außerhalb der historischen Norm auf", sagte Saulo. Zudem erlebten die Flüsse weltweit 2025 eines der drei trockensten Jahre seit 35 Jahren.
Parallel zu diesen Entwicklungen steigt laut dem WMO-Bericht in anderen Weltregionen das Risiko für katastrophale Überschwemmungen und Hochwasser, die oft auch plötzlich auftreten können. Diese Gleichzeitigkeit von extremer Dürre auf der einen und Überschwemmungen auf der anderen Seite könne durch das Klimaphänomen El Niño noch verstärkt werden, warnte Saulo.
El Niño ist ein natürlich auftretendes Phänomen, bei dem sich die Wasseroberfläche im Pazifik erwärmt, was zu weltweiten Veränderungen der Winde, des Luftdrucks und der Niederschläge führt. Laut der WMO führt der menschengemachte Klimawandel nicht zu einem häufigeren oder stärkeren Auftreten dieses Phänomens, er könne jedoch die Auswirkungen verstärken.
A.Zimmermann--CPN