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Europa ächzt unter der Hitze: Schulen geschlossen und Züge gestrichen
Weite Teile Europas ächzen unter der Hitze: In Frankreich galt am Montag für mehr als die Hälfte des Landes die höchste Hitzewarnstufe Rot. Hunderte Schulen blieben geschlossen, die Behörden meldeten drei Hitzetote und mehr als ein Dutzend tödliche Badeunfälle. In Frankreich und Belgien wurden wegen der Hitze Züge gestrichen. Und sogar in Großbritannien gab der Wetterdienst für Teile Englands Hitzewarnungen aus. Mit nachlassender Hitze wird erst Ende der Woche gerechnet.
Die Hitzewelle hat Westeuropa schon seit vergangener Woche im Griff: In der Region Gironde im Südwesten Frankreichs führten die Behörden den Tod von drei Menschen im Alter zwischen 80 und 95 Jahren am Wochenende auf die für Juni ungewöhnlich extreme Hitze zurück. Wie der Zivilschutz mitteilte, gab es am Wochenende zudem 13 Tote bei Badeunfällen. Ein Zivilschutz-Sprecher rief die Menschen eindringlich dazu auf, sich nur an bewachten Badestellen abzukühlen - oder einfach kalt zu duschen.
Inzwischen ist mehr als die Hälfte des Landes von der höchsten Hitzewarnstufe betroffen: Die französischen Behörden haben für 49 der 96 Festland-Départements mit insgesamt 35 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Alarmstufe Rot ausgerufen. "Die sehr große Hitze setzt sich dauerhaft im Land fest", warnte der Wetterdienst Météo France.
Mit 43 Grad Celsius in Bordeaux und 39 Grad in Paris sollten am Nachmittag Spitzenwerte erreicht werden. Schon die Nacht hatte mit 25,3 Grad in Bordeaux und 24,2 Grad in Paris kaum Abkühlung gebracht - noch nie war es nach Angaben des Wetterdienstes in einer Juni-Nacht in Frankreich so warm gewesen.
Mehr als 800 Schulen blieben nach Angaben des Bildungsministeriums am Montag geschlossen. In 1800 Schulen endete der Unterricht schon mittags. "Letzte Woche waren es im Klassenzimmer 32 Grad", berichtete eine Grundschullehrerin aus Bordeaux, die sich über fehlenden Hitzeschutz in Schulen beklagte. Der Supermarkt auf der anderen Straßenseite sei dagegen "schön kühl und klimatisiert".
In Paris gab es am Montag auch Störungen im öffentlichen Nahverkehr. Wie Regionalpräsidentin Valérie Pécresse sagte, könnten sich Schienen in der Hitze verformen und die Klimaanlagen überfüllter Waggons schlapp machen. In der Hauptstadtregion Ile-de-France wurde daher jeder zehnte Zug vorsorglich gestrichen. Die Menschen wurden gebeten, Reisen zu verschieben und wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten.
Auch in Belgien fielen wegen der Hitze Züge aus. Wie die staatliche Bahngesellschaft SNCB mitteilte, sind vor allem die Stoßzeiten am Montag und Dienstag von den Streichungen betroffen, mit denen technische Störungen und Pannen verhindert werden sollen. Das Königliche Meteorologische Institut erwartet in dieser Woche einen Hitzerekord, wie der Leiter der Vorhersageabteilung, David Dehenauw, sagte.
Auch in Großbritannien rief der Wetterdienst für Teile Mittel- und Südenglands für Mittwoch und Donnerstag die höchste Hitzewarnstufe Rot aus. In London, Birmingham, Bath und anderen Städten muss demnach mit "außergewöhnlich heißen und schwülem Wetter" mit Spitzenwerten von bis zu 40 Grad gerechnet werden. Der Hitzerekord für Juni, der bisher bei 35,6 Grad liegt, wird damit wohl gebrochen.
Auch der spanische Wetterdienst Aemet warnt bis Mittwoch "vor extrem hohen" Tag- und Nacht-Temperaturen für die Jahreszeit. In einigen Regionen sind Spitzenwerte von bis zu 44 Grad vorhersagt. In Portugal liegen die Temperaturen noch knapp unter bisherigen Rekordwerten.
Es ist schon die zweite Hitzewelle in Westeuropa innerhalb eines Monats. Wissenschaftler warnen, dass Hitzewellen in Europa infolge des Klimawandels häufiger auftreten werden.
P.Gonzales--CPN