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Papst Leo XIV. warnt in Frankreich vor "Wettrüsten"
Papst Leo XIV. hat bei seinem Frankreichbesuch vor einem "schwer kontrollierbaren Wettrüsten" gewarnt. Derzeit verbreite sich "zunehmend die irrige Überzeugung, der Besitz von Atomwaffen sei eine Garantie für Sicherheit", sagte der Papst in seiner Ansprache vor Vertretern aus Politik und Zivilgesellschaft am Freitag im Elysée-Palast in Paris. "Dies nährt ein neues, nur schwer kontrollierbares Wettrüsten", fügte er hinzu. Frieden sei "kein Gleichgewicht der Kräfte", sondern werde täglich durch Dialog und Gerechtigkeit geschaffen.
Frankreich ist derzeit das einzige EU-Land im Besitz von Atomwaffen. Präsident Emmanuel Macron hatte im März deren Aufstockung angekündigt und berät derzeit mit einem knappen Dutzend Ländern über eine verstärkte Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung, darunter auch Deutschland.
Papst Leo XIV. bekräftigte in seiner Rede auch seine Warnung vor dem Missbrauch neuer Technologien. Er beobachte mit Sorge, dass die Gesellschaft Gefahr laufe, "Wissenschaft und Technologie in gewinnorientierte Unternehmen zu verwandeln, die genetische Manipulationen, Leihmutterschaft, den Kauf von Organhandel oder das Angebot eines programmierten Todes begünstigen", sagte der Papst. Damit spielte er auch auf die in Frankreich kürzlich unter Auflagen autorisierte Sterbehilfe an.
Mit Blick auf die Fortschritte bei der Künstlichen Intelligenz (KI) rief der Papst dazu auf, "unsere Menschlichkeit nicht im 'Paradies der Maschinen' zu verlieren". "Wenn Wissenschaft und Technologie nicht vom Gewissen geleitet werden, können sie schnelle Lösungen anbieten, die scheinbar den Wünschen und Schmerzen der Menschen entsprechen, sie dabei aber von dem Guten abbringen, nach dem sie sich im Innersten sehnen.", betonte der Papst.
M.P.Jacobs--CPN