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Großer römischer Münzschatz auf Acker in Nordrhein-Westfalen entdeckt
Ein Sondengänger hat auf einem Acker bei Wesseling in Nordrhein-Westfalen einen römischen Münzschatz entdeckt. Es handelt sich um den größten Münzschatz aus der Zeit des Kaisers Hadrian in Deutschland, wie das Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland am Dienstag in Bonn erklärte. Der Fund umfasst insgesamt mehr als 900 römische Silbermünzen mit einem Gewicht von 3,1 Kilogramm, die wohl im zweiten Jahrhundert nach Christus gezielt vergraben wurden.
Der Sondengänger entdeckte bei einer genehmigten Suche auf einem Acker zunächst nach und nach 15 Silbermünzen und informierte daraufhin das Amt. Experten übernahmen die weiteren Ausgrabungen und förderten insgesamt 934 römische Silbermünzen zutage. Das jüngste Geldstück wurde 124/125 nach Christus geprägt, der Schatzfund wurde also offenbar in der Zeit des Kaisers Hadrian vergraben.
Der Großteil der Münzen stammt aber aus der Zeit der flavischen Kaiser (69 bis 96 nach Christus), die älteste sogar aus dem Jahr 148 vor Christus - damit war sie bereits mehr als 270 Jahre alt, als der Schatz in den Boden gelangte, aber nach wie vor gültig.
Vermutlich wurde das Vermögen in der Zeit um 100 nach Christus zusammengetragen, aber erst in hadrianischer Zeit vergraben. "Wir können über die Beweggründe natürlich nur spekulieren, aber sehr wahrscheinlich wollte jemand dieses Geld sicher aufbewahren", erklärte Landesarchäologe Erich Claßen. Möglicherweise sei der Besitzer oder die Besitzerin gestorben, bevor das Vermögen wieder geborgen werden konnte.
Münzfunde aus dem Römischen Reich oder auch aus anderen Zeiten sind nicht selten. Allerdings sind demnach nur wenige aus dem zweiten Jahrhundert so umfangreich wie der aus Wesseling. Durch die "vorbildliche" Reaktion des Sondengängers habe der Fund zudem gut dokumentiert werden können.
O.Hansen--CPN