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Forscher entdecken energiereichen "Schwarzes-Loch-Stern" aus der Frühzeit des Alls
Forscher haben nach eigenen Angaben im Weltall erstmals ein Schwarzes Loch entdeckt, das von einer Gashülle umgeben ist und wie ein äußerst energiereicher Stern leuchtet. Das US-geführte Wissenschaftlerteam entdeckte das neuartige astronomische Objekt mithilfe des James-Webb-Weltraumteleskops, wie nach Angaben der Fachzeitschrift "Nature" vom Mittwoch aus einer Studie hervorgeht.
Das MoM-BH*-1 genannte Objekt aus der Zeit 660 Millionen Jahre nach dem Urknall sieht aus wie ein Stern von der Größe unseres Sonnensystems. Der so genannte Schwarzes-Loch-Stern erzeugt ein Vielfaches der Energie eines Sterns.
Seit das unter deutsche Beteiligung gebaute James-Webb-Weltraumteleskop in Betrieb ging, spürt es im All immer wieder sehr helle Objekte aus der Frühzeit des Universums auf. Die Frage, was genau diese Objekte seien, zähle "zu den am heftigsten diskutierten" unter Astronomen, erklärte der Hauptverfasser der Studie, Rohan Naidu von der Universität Hawaii.
Als die Forscher diesem Phänomen nachgehen wollten, stießen sie bei der Untersuchung der Aufnahmen auf einen kleinen roten Punkt. Dies ließ sie zunächst vermuten, dass das Objekt von Staub oder Asche umgeben sei, wie Ko-Autor Robert Simcoe vom Massachusetts Institute of Technology in den USA angab.
Als die Wissenschaftler die Daten genauer auswerteten, stellten sie fest, dass das Licht des Objekts bei bestimmten Wellenlängen verschwand. Dies deutete für sie darauf hin, dass nicht Staub das Objekt rot erscheinen lässt, sondern Wasserstoff.
Nun stellte sich den Forschern noch die Frage, wie MoM-BH*-1 so viel Energie ausstoßen kann. Kernfusion wie in der Sonne oder anderen Sternen reiche dafür nicht, erklärte Naidu. Mithilfe von Modellsimulationen kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass das Objekt offenbar aus einem einem Schwarzen Loch im Zentrum besteht und von Gas umhüllt ist.
Jeder "kleine rote Punkt" im Universum könne ein Schwarzes-Loch-Stern sein, erläuterte Naidu. Das Besondere an MoM-BH*-1 sei, dass er so mächtig sei, dass er seine umgebende Galaxie überstrahle.
Das auch mit deutscher Beteiligung gebaute James-Webb-Teleskop war im Dezember 2021 nach jahrzehntelangen Vorbereitungen ins All gebracht worden. Es erforscht die Frühzeit des Kosmos, nur einige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall vor etwa rund 13,8 Milliarden Jahren.
O.Hansen--CPN