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65 Jahre Mauerbau: Klöckner warnt vor Gleichgültigkeit gegenüber Geschichte
Zum 65. Jahr des Mauerbaus hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) vor Gefahren für die Demokratie gewarnt. "Gerade für junge Menschen, für die die DDR immer weiter in die Geschichte rückt, müssen wir diese Erinnerung wachhalten", erklärte die CDU-Politikerin am Mittwoch. Die "Freiheitsideen", die 1989 zum Fall der Berliner Mauer führten, seien "in Gefahr - nicht durch Stacheldraht, sondern durch Gleichgültigkeit und Desinteresse."
"Die Entscheidung für Freiheit und Demokratie muss jede Generation neu treffen", mahnte Klöckner. "Es sind keine gegebenen Zustände. Dafür entscheidet man sich, für die Unfreiheit nicht."
Die Bundestagspräsidentin rief dazu auf, die besonderen Erfahrungen der Ostdeutschen mit der deutschen Teilung und der darauf folgenden Vereinigung zu respektieren. "Für Ostdeutsche änderte sich mit der Einheit alles", erklärte sie. "Manche Erfahrungen wirken bis heute nach. Wer sie verstehen will, muss bereit sein, zuzuhören."
Der Mauerbau durch die damalige DDR-Führung sei "das Ergebnis eines Staates" gewesen, "in dem ein totalitärer Herrschaftsanspruch größer wurde als die Menschen". Die Mauer sei "zum Sinnbild der Unmenschlichkeit geworden, in dem der einzelne Mensch seinen Wert verloren hatte".
Klöckner sprach vom "staatlichen Terror des SED-Regimes", der nach dem Mauerbau "immer effizienter und menschenfeindlicher" geworden sei. "Misstrauen wurde zur Staatsdoktrin - die Zersetzung politischer Gegner zum Herrschaftsinstrument."
Mit dem Bau der Berliner Mauer war am 13. August 1961 begonnen worden. Das Bauwerk und weitere Sperranlagen entlang der innerdeutschen Grenze trennten die Bundesrepublik Deutschland und die DDR 28 Jahre lang. Am 9. November 1989 fiel die Mauer, ein knappes Jahr später folgte die Wiedervereinigung.
L.Peeters--CPN