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Zentrum für Luft- und Raumfahrt: Leuchtphänomen über Rheinland-Pfalz war Meteor
Bei dem Leuchtphänomen am Himmel über dem Westen Deutschlands am Sonntagabend hat es sich dem Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufolge um einen Meteor gehandelt. "Ein Meteor ist die Leuchtspur eines kleinen Gesteinskörpers, der mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringt", erklärte DLR-Planetengeologe Ulrich Köhler am Montag in Köln.
Durch die hohe Geschwindigkeit von bis zu 230.000 Kilometern pro Stunde heizten sich diese kleinen Gesteinskörper, die auch Meteoroide genannt werden, stark auf. Meistens verglühten sie in der Hochatmosphäre in 110 bis 60 Kilometern Höhe, erklärte Köhler. Etwa ab Basketballgröße verglühten sie aber nicht vollständig, und es entstehen sogenannte Feuerkugeln oder Boliden - wie am Sonntagabend.
"Der Meteoroid zerplatzt, weil die Luft vor ihm zusammengepresst wird und Druck ausübt", erklärte der Experte. "Der Knall ist auf der Erde zu hören." Die Fragmente des zerborstenen Meteoroiden fallen demnach als Meteorite mit Geschwindigkeiten von 150 bis 200 Kilometern pro Stunde oder mehr auf die Erde.
Die meisten Meteorite, die auf die Erde fallen, stürzen laut Köhler unbemerkt in die Ozeane der Erde. Ein- bis zweimal im Jahrzehnt fallen Bruchstücke von Meteoroiden – also Meteorite – zu Boden, auch in Deutschland.
Bei Meteoriten handelt es sich laut DLR um Bruchstücke von Asteroiden, die oft viereinhalb Milliarden Jahre alt sind. Die Himmelskörper blieben bei der Entstehung der Planeten "übrig". Sie umkreisen die Sonne zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter. Werden sie dabei durch Schwerkrafteinflüsse gestört, oder ihre Bahn ändert sich durch Kollisionen untereinander, können sie ins innere Sonnensystem vordringen. Kreuzt sich ihre Bahn dann mit jener der Erde, kann es passieren, dass sie in die Erdatmosphäre eindringen.
Das Leuchtphänomen und ein lauter Knall hatten am Sonntag vor allem in Rheinland-Pfalz für Aufregung gesorgt. Bei den Feuerwehren ging eine erhöhte Zahl von Notrufen ein, vereinzelt wurden Schäden durch Meteoritenteile gemeldet. Menschen wurden nach ersten Erkenntnissen nicht verletzt.
Meteoriten seien meist schwarz oder braun, erklärte Köhler. Sie wirkten ungewöhnlich schwer, kompakt und massiv und seien magnetisch. Frisch auf die Erde gefallene Meteoriten sollten nach Möglichkeit nicht berührt werden, um das Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung nicht zu verfälschen.
Sie seien von hohem wissenschaftlichem Wert, weil sie Einblicke in die früheste Zeit unseres Sonnensystems ermöglichten, erklärte Köhler. "Beim vermeintlichen Fund eines Meteoriten kontaktiert man am besten eine Forschungseinrichtung wie das DLR - übrigens, wer einen Meteoriten findet, darf ihn behalten."
P.Gonzales--CPN