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Moskauer Gulag-Museum wird durch Ausstellung über NS-Kriegsverbrechen ersetzt
Das Moskauer Museum über den Gulag - die berüchtigten Straf- und Arbeitslager in der Sowjetunion - soll nach Behördenangaben durch eine Ausstellung über Nazi-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg ersetzt werden. "Das neue Museum wird eine Ausstellung zeigen, die alle Phasen der Nazi-Kriegsverbrechen im Großen Vaterländischen Krieg abdeckt", teilte die Moskauer Stadtverwaltung unter Verwendung der offiziellen russischen Bezeichnung für den Zweiten Weltkrieg am Freitag mit.
Es handelt sich um die jüngste Maßnahme im Zuge des Vorgehens gegen Institutionen, welche die Repressionen in der Sowjetzeit dokumentieren. Bei dem Gulag handelte es sich um ein großes Netz von Straf- und Arbeitslagern in der Sowjetunion, Millionen angebliche Verräter und Staatsfeinde wurden dorthin verbannt, viele kamen dort zu Tode.
Die russischen Behörden hatten das Gulag-Museum im November 2024 mit der Begründung geschlossen, die Brandschutzvorschriften würden nicht eingehalten. Kritiker sahen darin einen Versuch, die Arbeit der preisgekrönten Einrichtung zunichte zu machen.
Das Museum war eine der letzten Einrichtungen in Russland, welche die politische Unterdrückung während der Sowjetzeit dokumentierten. Es beherbergt tausende Objekte ehemaliger Insassen der Straf- und Arbeitslager, darunter Briefe und persönliche Gegenstände.
Aus dem Umfeld des Museums hieß es, die Gulag-Ausstellung in ihrer bisherigen Form werde "komplett abgebaut". "Die Museumsmitarbeiter sind zutiefst besorgt, was als nächstes geschehen wird", sagte die Person, die nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP.
Kritiker werfen dem Kreml vor, das Erbe der Sowjetunion rehabilitieren zu wollen und damals begangene Menschenrechtsverletzungen herunterzuspielen, während gleichzeitig der Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg hervorgehoben wird, um den Patriotismus zu befördern. Im Zweiten Weltkrieg waren fast 27 Millionen Sowjetbürger getötet worden, in keinem Land gab es höhere Opferzahlen.
Im Jahr 2021 hatten das Oberste Gericht Russlands die Nichtregierungsorganisation Memorial verboten, der ein Jahr später der Friedensnobelpreis zuerkannt wurde. Die Organisation setzt sich für die Aufarbeitung der politischen Verfolgung und des stalinistischen Terrors in der Sowjetunion, aber auch für die Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte im heutigen Russland ein.
A.Agostinelli--CPN