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Yad Vashem wählt drei mögliche deutsche Standorte für Holocaust-Bildungszentrum
Die Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem will in Deutschland ihr erstes Holocaust-Bildungszentrum außerhalb Israels aufbauen - drei mögliche Standorte kommen dafür nun in Frage. Diese liegen nach Angaben Yad Vashems vom Donnerstag in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Der Vorauswahl vorausgegangen war demnach eine "umfassende, bundesweite Machbarkeitsstudie mit Unterstützung der deutschen Regierung". Das Bildungszentrum soll vor allem Lehrkräften zur Weiterbildung dienen.
"Junge Menschen wissen zu wenig über den Holocaust, das sehen wir aus aktuellen Studien", erklärte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) dazu. "Demnach wissen etwa 40 Prozent der Deutschen nicht, dass sechs Millionen Jüdinnen und Juden in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden." Deshalb sei es gut, "dass das israelische Yad Vashem seine pädagogische Erfahrung als Forschungs- und Bildungseinrichtung erstmals in einem Bildungszentrum außerhalb Israels einsetzen will, nämlich in Deutschland. Holocaust Education ist Empathievermittlung."
Den Angaben zufolge entstand die Idee zur Errichtung eines Holocaust-Bildungszentrums in Deutschland 2023 bei einem Treffen des Yad-Vashem-Vorsitzenden Dani Dayan und dem damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Die Machbarkeitsstudie untersuchte seither demnach "zahlreiche Orte in ganz Deutschland und berücksichtigte dabei Faktoren wie Erreichbarkeit, Möglichkeiten für lokale Partnerschaften sowie die bestehende Gedenkstättenlandschaft".
"Das Holocaust-Bildungszentrum wird Besucherinnen und Besucher, insbesondere Lehrkräfte, aus ganz Deutschland und darüber hinaus ansprechen", teilte Yad Vashem mit. Die Planungsphase soll in der ersten Jahreshälfte 2026 angeschlossen sein.
Der Yad-Vashem-Vorsitzende Dayan erklärte, das neue Bildungszentrum werde "dazu beitragen, den gefährlichen Erscheinungen der Verzerrung und Verharmlosung des Holocausts entgegenzuwirken und damit eine wichtige Säule im Kampf gegen Antisemitismus darstellen". Das Projekt werde "die Partnerschaften zwischen Yad Vashem und deutschen Institutionen stärken und die Gedenkstättenlandschaft in Deutschland bereichern."
H.Müller--CPN