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Bericht zu Schulmassaker in US-Stadt Uvalde bescheinigt Polizei schweres Versagen
Rund zwei Monate nach dem Schulmassaker in der US-Stadt Uvalde wirft das Parlament des Bundesstaats Texas den örtlichen Sicherheitskräften schweres Versagen vor. Die Situation in der Grundschule in Uvalde sei "chaotisch" gewesen, weil die Einsatzkräfte den Schützen "nur zögerlich" überwältigt hätten, heißt es in einem vorläufigen Untersuchungsbericht zu dem Blutbad, den Abgeordnete des texanischen Repräsentantenhauses am Sonntag vorstellten.
Nach der Veröffentlichung des Berichts wurde der damalige örtliche Polizeichef Mariano Pargas vom Dienst suspendiert. Die Stadt wolle seine Rolle bei dem Einsatz genauer untersuchen, berichteten lokale Medien.
Bei dem Massaker in der Grundschule in Uvalde waren am 24. Mai 19 Kinder und zwei Lehrerinnen getötet worden. Nach Ansicht der Politiker hätte ein entschlossenerer Einsatz die Leben mehrerer Opfer des Angreifers retten können. Dem Bericht zufolge waren an dem Tag an der Robb-Elementary-Schule 376 Sicherheitskräfte im Einsatz, darunter Angehörige der Grenzschutzbehörde, der Polizei des Bundesstaats und der Stadt Uvalde sowie von Eliteeinheiten.
Zwischen der Ankunft des Schützen und dessen Tötung seien aber 73 Minuten vergangen. Das sei eine "inakzeptabel lange Zeitspanne", heißt es in dem Bericht. Zwar sei ein Großteil der Todesopfer bald nach den ersten Schüssen gestorben, bei mehreren von ihnen sei der Tod aber erst auf dem Weg zum Krankenhaus eingetreten. Es sei "plausibel", dass "manche Opfer hätten überleben können, wenn sie nicht 73 Minuten lang auf Rettungskräfte hätten warten müssen".
In dem Bericht werden zwar keine Vorwürfe gegen einzelne Polizeiteams erhoben. In ihm ist aber festgehalten, dass die Kräfte bei ihrem Einsatz in Uvalde sich "nicht an ihre Richtlinien zum Umgang mit bewaffneten Angreifern hielten" und darin versagt hätten, "den Schutz der Leben anderer über ihre eigene Sicherheit zu stellen". US-Polizisten werden eigentlich darin ausgebildet, bei Schulmassakern den Angreifer so schnell wie möglich auszuschalten, um weitere Opfer zu verhindern.
Der Chef der texanischen Sicherheitsbehörde, Steve McCraw, hatte bereits im Juni den Polizisten im Einsatz in Uvalde "klägliches Versagen" vorgeworfen. Er kritisierte damals insbesondere die "schrecklichen Entscheidungen" des Einsatzleiters Pete Arredondo. Dem inzwischen suspendierten Arredondo warfen nun auch die Abgeordneten in Texas vor, seine Verantwortung als Einsatzleiter nicht wahrgenommen zu haben. Er habe aber auch deshalb Fehler begangen, weil er nicht alle nötigen Informationen gehabt habe.
Am Ort des Massakers habe "niemand sichtbar den Einsatz der Sicherheitskräfte geleitet". Die Abgeordneten in Texas stellten ihre Erkenntnisse den Angehörigen der Opfer vor. Diese werfen den Behörden seit Wochen fehlende Transparenz und Versuche vor, die Fehler der Einsatzkräfte zu vertuschen.
Am vergangenen Dienstag hatten von örtlichen Medien veröffentlichte Bilder vom Schulmassaker von Uvalde für Empörung gesorgt. Darauf war unter anderem zu sehen, dass Polizisten sich eine Stunde und 14 Minuten lang im Schulflur aufhielten, bevor sie den 18-jährigen Angreifer in einem Klassenzimmer erschossen.
A.Samuel--CPN