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Simbabwe verbietet Ausfuhr von Lithium und anderen Rohstoffen
Simbabwe hat die Ausfuhr von Lithium weiter eingeschränkt, um die heimische Verarbeitung des Leichtmetalls anzukurbeln. Die Regierung in Harare verhängte am Mittwoch einen sofortigen Exportstopp für Lithiumkonzentrat und weitere Rohmineralien. "Die Regierung erwartet die Zusammenarbeit der Bergbauindustrie bei dieser Maßnahme, die im nationalen Interesse getroffen wurde", erklärte Bergbauminister Polite Kambamura.
Simbabwe verfügt über die größten Lithiumreserven Afrikas und ist bereits der wichtigste Produzent des Rohstoffs. Chinesische Unternehmen dominieren den Bergbau und ein Großteil der Rohmaterialien wird zur Weiterverarbeitung nach China exportiert. Um die heimische Industrie anzukurbeln hatte Simbabwe bereits 2022 ein Exportverbot für Lithiumerz verhängt, die Ausfuhr von Lithiumkonzentrat blieb jedoch möglich.
Die Nachfrage nach Lithium ist stark gestiegen, weil es für die Herstellung von Batterien gebraucht wird, die in Elektroautos, Handys und anderen elektronischen Geräten stecken. Im vergangenen Jahr kündigte Harare auch ein Exportverbot für Lithiumkonzentrat an, es sollte jedoch erst ab 2027 greifen. Der Gedanke war, Unternehmen Zeit zu geben, um heimische Verarbeitungs- und Veredelungskapazitäten aufzubauen. Nun preschte die Regierung vor.
Bislang verfügt Simbabwe über keine einzige Anlage zur Verarbeitung von Lithiumkonzentrat. Die kurzfristigen Auswirkungen des Exportverbots auf den Bergbausektor sind daher unklar. Mehrere chinesische Unternehmen haben den Bau von entsprechenden Fabriken zugesagt.
Das Unternehmen Prospect Lithium Zimbabwe, das sich im Besitz des chinesischen Konzerns Zhejiang Huayou Cobalt befindet, hat nach eigenen Angaben 400 Millionen Dollar in den Bau einer Raffinerie investiert, die in den kommenden Wochen in Betrieb gehen soll. Das staatliche Unternehmen Mutapa Energy Minerals in Simbabwe will in den kommenden Monaten mit dem Bau einer ähnlichen Anlage beginnen - finanziert durch ein chinesisches Unternehmen.
Bikita Minerals, der Betreiber der größten Lithiummine des Landes und ebenfalls in chinesischer Hand, plant ebenfalls eine Raffinerieanlage. Diese werde die örtlichen Kapazitäten zur Trennung von Mineralien erhöhen und "zu Simbabwes umfassenderen Zielen der Industrialisierung und Exportdiversifizierung beitragen", sagte ein Sprecher.
L.Peeters--CPN