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Untersuchung: E-Auto-Zuwachs zu gering für Koalitionsziele
Der Zuwachs an E-Autos in Deutschland läuft einer Untersuchung zufolge bislang nicht schnell genug, um die E-Mobilitäts-Ziele der Ampelregierung zu erreichen. Das Wachstum des E-Automarkts orientiere sich im Wesentlichen an den EU-Vorgaben für die CO2-Flottengrenzwerte, erklärte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Dienstag. Um wie von der Ampel geplant bis 2030 mehr als 15 Millionen E-Autos auf die Straße zu bringen, reiche das jedoch nicht.
"2022 war ein Rekordjahr - sowohl bei den Zulassungen von E-Fahrzeugen als auch beim Zubau von Ladepunkten und Ladeleistung", hält der BDEW in seinem Eletromobilitätsmonitor grundsätzlich fest. "Der nationale Umweltbonus, der 2020 noch einmal aufgestockt wurde, hat die Entwicklung flankiert und Ende 2022 die Verkaufszahlen von vollelektrischen Pkw auf ein Rekordhoch getrieben."
Maßgeblich sei jedoch die mehrfache Verschärfung europäischen CO2-Flottengrenzwerte gewesen. Mittlerweile bewegen sich die Verkaufszahlen demnach wieder auf dem Niveau der Vorjahre. Für das Ziel der 15 Millionen Elektrofahrzeuge sei daher eine konkrete Strategie vonnöten, erklärte BDEW-Präsidentin Kerstin Andreae.
Dass der Elektromobilitätsmarkt sich grundsätzlich "schnell und dynamisch" entwickle, zeige auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur, heißt im Bericht des Verbandes weiter. Die Anzahl von "Ultra-Schnellladepunkten" in Deutschland sei von rund 3850 auf mehr als 7000 gestiegen. Seit 2019 habe sich die Ladeleistung bei Fahrzeugen und Ladesäulen verdreifacht.
Auch hier sieht Andreae für die Politik aber weiteren Handlungsbedarf: Dieser enorme technologische Leistungssprung führe dazu, dass das im Koalitionsvertrag festgehaltene Ziel von einer Million Ladepunkten "technisch überholt" sei. Denn wichtig sei mittlerweile nicht mehr die Zahl der Ladepunkte, sondern deren Leistung.
Nach Angaben des Verbands wird der Ladesäulenausbau aktuell auch nicht maßgeblich durch Fördergelder getrieben. "Die meisten Unternehmen verzichten sogar auf die Förderung, da sie mit zu viel Förderbürokratie verbunden ist", erklärt der BDEW. "Der Ausbau läuft heute vor allem wettbewerbsgetrieben."
Einer Umfrage des Verbandes zufolge gaben 58 Prozent der befragten E-Autobesitzer an, dass sich anfängliche Sorgen bezüglich des Ladens von E-Autos auf langen Strecken als unbegründet erwiesen haben. Insgesamt stellten 73 Prozent der Befragten eine Verbesserung der Lademöglichkeiten fest. Probleme sah eine große Mehrheit (79 Prozent) stattdessen bei den Lieferzeiten der Autos.
D.Avraham--CPN