-
Social-Media-Sucht: Meta wendet in USA Prozess durch Vergleich ab
-
EU und Kanada starten neue Allianz mit Abkommen über Ukraine, Rohstoffe und KI
-
Großdemos in Italien gegen hohe Preise - mehr Geld für Bildung gefordert
-
Wetterbilanz: Oktober war golden - aber auch überdurchschnittlich nass
-
Schwieriger Endspurt bei UN-Biodiversitätskonferenz in Eriwan
-
"GenZ"-Proteste: Anklagen gegen Regierung und Appelle für friedliche Demos
-
Streit um Pestizid Glyphosat: Bayer siegt erneut vor US-Gericht
-
"Ausschlaggebend war der Tankrabatt": Inflation geht auf 2,8 Prozent zurück
-
Bis zu vier Mal so viel wie im Vorjahr: Ölkonzerne machen Milliardengewinne
-
Kanzler Merz betont nach Asien-Reise Bedeutung der Handelsbeziehungen
-
Chemie-Industie: Evonik lehnt Übernahmeangebot von BASF ab
-
Friedenspflicht in Metall- und Elektroindustrie endet - Warnstreiks ab Sonntag
-
Leichtes Wachstum: Deutsche Wirtschaft trotzt hohen Energiepreisen und Niedrigwasser
-
Airline: Bei Bolsonaro-Flucht verwendetes Flugzeug wurde aus den USA bezahlt
-
Schwache Herbstbelebung am Arbeitsmarkt - Schlechtere Chancen für Ausbildungssuchende
-
Bahn prüft Reduzierung des Zugverkehrs für mehr Pünktlichkeit
-
Amazons Cloud-Geschäft boomt - Konzernumsatz und -gewinn aber unter Erwartungen
-
Deutschlands Wirtschaft im dritten Quartal leicht gewachsen
-
Schwache Herbstbelebung am Arbeitsmarkt - 44.000 mehr Arbeitslose als im Vorjahr
-
Quartalsgewinn von Audi eingebrochen - Autobauer korrigiert Prognose nach unten
-
"Handelsblatt": Deutsche Autohersteller hoffen auf Zoll-Erleichterungen in den USA
-
Merz wirbt in Südkorea für verlässliche bilaterale Partnerschaft
-
G20-Außenminister beraten über Kriege im Iran und in der Ukraine
-
"Star Trek"- und "X-Men"-Star Patrick Stewart mit 86 Jahren gestorben
Institute rechnen 2023 mit BIP-Wachstum von 0,3 Prozent und hoher Inflation
Die befürchtete Energiekrise in Europa ist im milden Winter ausgeblieben und weltweit entspannen sich die Lieferketten: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute des Landes haben daher ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr auf ein Wachstum von 0,3 Prozent angehoben. Die Inflation dürfte indes nur langsam zurückgehen und 2023 im Schnitt 6,0 Prozent betragen, heißt es in der am Mittwoch vorgestellten Gemeinschaftsdiagnose der Institute.
Vor allem das Verarbeitende Gewerbe werde in den kommenden Quartalen "zur Konjunkturstütze werden", da es unmittelbar von besseren Lieferketten und sinkenden Energiepreisen profitiere, heißt es in der Frühjahrsprognose. So könnten die Unternehmen ihre Aufträge abarbeiten. Die Bauwirtschaft werde die Entwicklung hingegen bremsen, denn gestiegene Zinsen bremsten dort die Nachfrage. Die Realeinkommen dürften im Jahresverlauf wieder zunehmen und die daraus entstehende Kaufkraft die Konjunktur stützen.
Während die Institute im Herbst noch von einem Rückgang der Wirtschaft um 0,4 Prozent ausgegangen waren, erwarten sie nun ein leichtes Wachstum. Im kommenden Jahr dürfte die Konjunktur dann um 1,5 Prozent zulegen.
Eine deutliche Entspannung bei der Inflation erwarten die Forscher indes erst im kommenden Jahr - dann könnte die Teuerung im Schnitt 2,4 Prozent betragen. Für dieses Jahr rechnen die Institute zunächst noch mit hohen 6,0 Prozent Inflation, denn der "Nachfragesog" werde vorerst "kaum geringer werden". Grund seien staatliche Entlastungsmaßnahmen und absehbar hohe Lohnsteigerungen.
Die Forschenden machten allerdings auch mehrere Risiken aus. Zwar hätten die Menschen diesmal von einem "ausgesprochen milden Winter" profitiert und die Großhandelspreise für Erdgas und Strom seien zuletzt deutlich gesunken, sagte etwa Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Geopolitische Spannungen und kalte Temperaturen könnten aber jederzeit wieder Preissprünge auslösen. Die Gefahr einer Mangellage im kommenden Winter bestehe immer noch.
Außerdem könnte sich die Unruhe im internationalen Finanzsektor auf Kreditinstitute in Deutschland ausweiten und diese wiederum ihre Kredite aus Vorsicht zurückfahren, was dann die Wachstumsdynamik beeinflusst, warnten die Forscher. Unklar sei außerdem, wie die Haushalte auf die anhaltend hohen Preise reagieren - ob sie eher sparen oder ihre Ersparnisse aus der Corona-Zeit ausgeben.
Was den Arbeitsmarkt betrifft, so zeichneten die Forscher ein optimistisches Bild und sehen dabei die Beschäftigten am längeren Hebel. "Massenarbeitslosigkeit ist nicht das Problem, sondern eine sich verschärfende Lage der Arbeitsknappheit", sagte etwa Stefan Kooths vom IfW Kiel. Daher werde es wohl kräftige Lohnzuwächse geben und Arbeitgeber dürften künftig stärker gezwungen sein, auf die Wünsche der Arbeitnehmer einzugehen, um attraktiv zu bleiben.
Die Institute rechnen daher mit einer Zunahme der Erwerbstätigen von 45,6 Millionen im Jahr 2022 auf 45,9 Millionen in diesem und 46,0 Millionen im kommenden Jahr. Wegen der ukrainischen Geflüchteten werde die Zahl der Arbeitslosen zwar in diesem Jahr vorübergehend auf 2,48 Millionen steigen, im kommenden Jahr dann allerdings wieder sinken.
Erstellt wurde die Prognose vom Münchner Ifo-Institut, dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, dem Kiel Institut für Weltwirtschaft und dem RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen. Das kooperierende Wiener Institut für Höhere Studien gab eine Einschätzung zur Weltwirtschaft ab. Das Gutachten dient der Bundesregierung als Grundlage für ihre eigene Prognose.
X.Wong--CPN