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Russlands Krieg hat Energiepreise in Deutschland um ein Drittel nach oben getrieben
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Energiepreise hierzulande kräftig in die Höhe getrieben. Vor allem Erdgas ist sehr viel teurer, gewerbliche Abnehmer etwa zahlten im Januar fast doppelt so viel wie vor dem Angriff, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Auch Strom und Heizöl kosteten sehr viel mehr. Die Spritpreise an den Tankstellen dagegen lagen fast wieder auf dem Niveau vom Februar 2022.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zog eine vorläufig positive Bilanz: "Wenn man sagt, dass Putin Deutschland und Europa über den Energiekrieg in die Knie zwingen will, muss man sagen, Putin hat ihn jedenfalls nicht gewonnen", sagte er den Sendern RTL und ntv. "Zu sagen, wir haben gewonnen, ist noch zu früh, weil wir noch immer in einer sensiblen Lage sind."
Bundesnetzagentur-Chef Klaus Müller blickt etwa mit Sorge auf die Energieversorgung im kommenden Winter. Privathaushalte und Unternehmen müssten weiterhin Gas sparen, sagte er der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".
Auch Unionsfraktionsvize Jens Spahn (CDU) mahnte, der nächste Winter werde schwieriger. "Denn dann müssen wir ganz ohne russisches Gas auskommen. Es drohen absehbar wieder höhere Energiepreise."
Das Statistikamt betrachtete die Erzeugerpreise für Energie - das sind die Preise, die vom Versorger erhoben werden. Sie stiegen binnen eines Jahres um ein Drittel (32,9 Prozent). Für Gas mussten Handel und Gewerbe 92,5 Prozent (also fast das Doppelte) mehr zahlen als im Januar 2022, die Industrie 34,3 Prozent mehr. Die rückwirkend ab Januar geltende Preisbremse wurde nicht berücksichtigt.
Strom wurde - ebenfalls ohne Berücksichtigung der Preisbremse - für private Haushalte um 36,3 Prozent teurer, für kleine Firmen um 38,1 Prozent und für große Verbraucher wie Industriebetriebe um 19,1 Prozent. Für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Gewerbebetriebe wirkten längerfristige Verträge der Versorger zunächst preisdämpfend - zum Jahresende führten sie aber zu weiter steigenden Preisen, wie die Statistiker ausführten.
Die Preise für Mineralölprodukte zogen schon Ende 2021 deutlich an - nach dem russischen Angriff Ende Februar stiegen die Erzeugerpreise - die Preise der Ölkonzerne - so stark wie nie seit 1949. Der Tankrabatt brachte im Sommer über eine Senkung der Energiesteuer Entlastung. Zum Jahresende fielen die Preise dann wieder.
Das kam auch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern an: Sie zahlten für Benzin und Diesel zuletzt in etwa so viel wie kurz vor Kriegsbeginn. Am 13. Februar lag der Preis für einen Liter E5 im Tagesdurchschnitt bei 1,83 Euro und für Diesel bei 1,78 Euro. Am 21. Februar 2022, drei Tage vor dem russischen Angriff, hatte der Preis für Super E5 bei 1,80 Euro gelegen, für Diesel bei 1,66 Euro.
M.Anderson--CPN