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Australien spricht sich für Ausschluss von Ex-Prinz Andrew aus Thronfolge aus
Nach der vorübergehenden Festnahme des früheren britischen Prinzen Andrew hat sich die australische Regierung für seinen Ausschluss aus der Thronfolge ausgesprochen. Premierminister Anthony Albanese schrieb am Montag in einem Brief an seinen britischen Kollegen Keir Starmer, seine Regierung unterstütze jeden Vorstoß, "ihn aus der königlichen Thronfolge zu entfernen". Australien nehme die "schwerwiegenden Anschuldigungen" gegen den Bruder von König Charles III. sehr ernst.
Der König, der auch das Staatsoberhaupt Australiens ist, hatte Andrew wegen dessen Verbindungen zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bereits Ende vergangenen Jahres alle Titel und Ehren entzogen - er trägt deshalb nur noch den Namen Andrew Mountbatten-Windsor.
Am Freitag war bekannt geworden, dass die britische Regierung nun auch seinen Ausschluss aus der Thronfolge erwägt. Nach Angaben aus Regierungskreisen könnte nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen gegen Andrew ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht werden. Der Sohn der 2022 verstorbenen Queen Elizabeth II. steht aber noch an achter Stelle in der Thronfolge, hinter Prinzessin Lilibet, der Tochter von Prinz Harry.
Andrew steht im Verdacht, in seiner Zeit als britischer Handelsgesandter vertrauliche Berichte an den verurteilten US-Sexualstraftäter Epstein weitergegeben zu haben. Gegen ihn wird deshalb wegen des Verdachts auf Fehlverhalten in einer offiziellen Funktion ermittelt. Zudem gab es Vorwürfe einer Frau gegen ihn, sie als Minderjährige sexuell missbraucht zu haben.
Nach Andrews Festnahme am Donnerstag sagte König Charles III. den Ermittlern erneut seine uneingeschränkte Unterstützung zu. "Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen", erklärte der Monarch. Albanese schrieb am Montag an Starmer, er stimme mit dem König überein. "Das Gesetz muss jetzt seinen Lauf nehmen, und es muss eine vollständige, faire und ordnungsgemäße Untersuchung geben", erklärte er.
Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente wie Andrew vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals aber nur eine 18-monatige Haftstrafe.
Einen Monat nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
A.Leibowitz--CPN