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Athen erhebt Anspruch auf bei Ebay aufgetauchte Fotos eines NS-Massakers
Die griechische Regierung hat Anspruch auf bei Ebay aufgetauchte Fotos eines NS-Massakers an griechischen Widerstandskämpfern erhoben. Die griechische Kulturministerin Lina Mendoni erklärte am Mittwoch, die Aufnahmen seien "aufgrund ihres besonderen historischen Wertes" zum nationalen Kulturgut erklärt worden. Mit dieser Einordnung schaffe ihr Ministerium "die rechtlichen Grundlagen, um die Fotos zurückzufordern und für den griechischen Staat zu erwerben".
Experten des Ministeriums sollen am Freitag nach Evergem in Belgien reisen, wo der Sammler lebt, der die Bilder auf der Online-Plattform Ebay zur Auktion angeboten hatte. Dabei soll die Echtheit der Fotos geklärt werden.
Die Sammlung bisher unveröffentlichter Fotos zeigt die Hinrichtungen kommunistischer Widerstandskämpfer in Kaisariani bei Athen - eine der schlimmsten Gräueltaten Nazi-Deutschlands in Griechenland. Die Bilder sollen von dem deutschen Wehrmachtsoffizier Hermann Heuer aufgenommen worden sein. Diese Fotos "ermöglichen es uns, das Drama des besetzten Griechenlands durch die Augen des Besatzers zu betrachten", erklärte Kulturministerin Mendoni.
Griechenland hatte zuvor erklärt, die am Samstag bei Ebay eingestellten Fotografien zeigten "die letzten Momente" von 200 kommunistischen Widerstandskämpfern, die am 1. Mai 1944 in einem Vorort von Athen erschossen worden waren. Wie belgische Medien berichteten, betreibt der Sammler, der das Angebot bei Ebay am Montag löschte, eine Verkaufsplattform für Dokumente und Münzen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Die Hinrichtungen von Kaisariani waren von der Wehrmacht als Vergeltung für die Ermordung eines deutschen Generals und seines Stabes durch die Griechische Volksbefreiungsarmee (ELAS) am 27. April 1944 verübt worden.
Die am Wochenende aufgetauchten Fotos haben in Griechenland viel Aufsehen erregt. Die Erinnerung an die Massaker der Nazis in dem Land, das erbitterten Widerstand geleistet hatte, sind noch immer lebendig. Giorgos Lambroulis, Abgeordneter der Kommunistischen Partei, sagte am Mittwoch, die Partei habe bislang vier der Männer auf den Fotos identifizieren können.
Nazi-Deutschland hatte Griechenland zwischen 1941 und 1944 besetzt. Im Zuge der Besatzung wurden rund 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung des Landes ermordet. Die von den Kommunisten angeführte Griechische Volksbefreiungsarmee war eine der aktivsten Widerstandsorganisationen im von NS-Deutschland besetzten Europa.
P.Petrenko--CPN