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EU-Kommission: ChatGPT fällt unter strengere EU-Regeln
Mit ChatGPT stellt die EU-Kommission erstmals ein KI-Sprachmodell unter verschärfte Beobachtung. Der KI-Chatbot des US-Unternehmens OpenAI wird als "sehr große Suchmaschine" eingestuft und unterliegt so künftig den "strengsten Vorschriften des Gesetzes über digitale Dienste" (DSA), wie die Brüsseler Behörde am Montag mitteilte. ChatGPT habe die dafür vorgesehene Schwelle von durchschnittlich 45 Millionen Nutzern in der EU überschritten.
Tatsächlich überschreitet ChatGPT diese Schwelle bereits seit Längerem deutlich. 2025 lagen die an die EU gemeldeten Nutzerzahlen des Chatbots nach Angaben des Unternehmens bereits bei deutlich über 100 Millionen aktiven monatlichen Nutzenden. Das "Handelsblatt" berichtete bereits im April, dass die EU-Kommission kurz davor sei, ChatGPT als "sehr große Suchmaschine" einzustufen.
Die EU-Kommission stufte auch die Plattformen Reddit und Roblox als "sehr große Online-Plattformen" ein. Reddit bietet Diskussionsforen in themenbezogenen Communities, Roblox ist auf die Entwicklung und das gemeinsame Spielen von Videospielen spezialisiert. "Da diese Dienste es Nutzern ermöglichen, Inhalte Dritter öffentlich zu verbreiten, gelten sie im Sinne des DSA als Online-Plattformen", erklärte die Kommission.
Mit der Einstufung erhält die Behörde "Untersuchungsbefugnisse, um die Funktionsweisen dieser Dienste und gegebenenfalls damit verbundener Systeme zu bewerten", wie sie ausführte. Die Überwachung wird demnach mit den zuständigen nationalen Behörden in den Mitgliedstaaten koordiniert. Im Fall von ChatGPT und Reddit ist das die irische, bei Roblox die niederländische Medienaufsicht.
Die Unternehmen haben nun bis Ende November Zeit, um den verschärften Auflagen gerecht zu werden. Sie müssen unter anderem stärker gegen die Verbreitung illegaler Inhalte vorgehen, Minderjährige besser schützen und potenzielle negative Auswirkungen ihrer Dienste auf "Grundrechte, Wahlprozesse und die öffentliche Sicherheit" vermeiden.
X.Cheung--CPN