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UBS-Tochter beteiligt sich als Ankerinvestorin am Shein-Börsengang
Shein will am 1. September in Hongkong an die Börse. Eine UBS-Vermögensverwaltungsgesellschaft in Singapur zeichnet Aktien für 20 Millionen Dollar.
Der Online-Modehändler Shein plant für den 1. September sein Börsendebüt in Hongkong. Zu den Ankerinvestoren gehört die Asset-Management-Tochter der UBS in Singapur. Sie hat sich laut Börsenprospekt verpflichtet, Shein-Aktien im Wert von 20 Millionen Dollar zu erwerben.
Insgesamt sollen die Ankerinvestoren Aktien für 383 Millionen Dollar kaufen. Der Schritt folgt auf gescheiterte Börsenpläne in New York und London. Dort waren regulatorische und politische Widerstände aufgetreten. Shein wurde in China gegründet, hat seinen Hauptsitz inzwischen in Singapur und lässt einen großen Teil seiner Kleidung weiterhin in China fertigen.
Der Konzern bringt nach eigenen Angaben täglich rund 4.700 neue Kleidungsstücke in seinen Onlineshop. Zugleich steht er wegen Lieferketten, Produktqualität und Arbeitsbedingungen in der Kritik. Seine Nähe zu China war auch bei den früheren Börsenplänen ein Streitpunkt.
Die erwartete Bewertung liegt deutlich unter früheren Werten. 2022 wurde Shein noch mit fast 100 Milliarden Dollar bewertet. Vor dem geplanten Börsengang rechnen Finanzfachleute mit rund 26,5 Milliarden Dollar, was einem Rückgang um nahezu drei Viertel entspricht. UBS wollte sich zu den Beweggründen für die Anlage nicht äußern.
Serge Nussbaumer von Maverix Securities sieht in dem starken Bewertungsabschlag einen möglichen Anreiz für institutionelle Investoren. Shein verfüge weiterhin über eine bekannte Marke, eine effiziente Lieferkette und eine große Reichweite bei jungen Käufern. Gleichzeitig ist die UBS-Tochter als Ankerinvestorin für sechs Monate an ihre Beteiligung gebunden und kann in dieser Zeit nicht auf fallende Kurse mit einem Verkauf reagieren.
Zu den Risiken gehören laufende regulatorische Verfahren in der Europäischen Union und eine Untersuchung der US-Handelsbehörde FTC. Zusätzliche Auflagen oder hohe finanzielle Belastungen könnten nach Einschätzung Nussbaumers den Aktienkurs unter Druck setzen.
Auch Sheins Geschäftsmodell steht vor Veränderungen. Lange profitierte der Händler davon, günstige Einzelpakete aus China weitgehend zollfrei an Kunden zu senden. Die USA haben die entsprechende Befreiung abgeschafft; die EU hat ihre Regeln für Kleinsendungen ebenfalls verschärft. Zudem gewinnt der Konkurrent Temu Kunden und zwingt Shein zu hohen Werbeausgaben.
Von Januar bis März 2026 verbuchte Shein einen Verlust von 99 Millionen Dollar. Charu Chanana von der Saxo Bank bezeichnete das Umfeld als deutlich schwieriger als noch vor einigen Jahren. Sie wertete den Einstieg eines großen institutionellen Investors dennoch als Vertrauenssignal. Niedrigere Markterwartungen könnten Shein zugleich die Möglichkeit geben, moderate Prognosen leichter zu übertreffen.
M.Anderson--CPN