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Wasserstoff-Zusammenarbeit mit Emiraten soll ausgebaut werden
Mit Wasserstoff aus den Vereinigten Arabischen Emiraten will die Bundesregierung die angestrebte Energie-Unabhängigkeit von Russland vorantreiben und damit zugleich beim Klimaschutz vorankommen. Während des Besuchs von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in Abu Dhabi wurden vier Wasserstoffkooperationen der deutschen Wirtschaft sowie eine Forschungszusammenarbeit vereinbart, wie das Wirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Die Emirate verfügten über "sehr gute Voraussetzungen für die kostengünstige Produktion von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien und wollen 2022 erste Wasserstofflieferungen nach Deutschland ermöglichen", hob das Ministerium hervor.
Habeck erklärte, der beschleunigte Ausbau von Wasserstoffversorgungsketten sei "ein ganz zentraler Schlüssel für den Übergang zu nachhaltiger Energie". Die nun vereinbarten Kooperationen leisteten damit "einen zweifachen Beitrag: Sie stärken die Erreichung unserer Klimaziele und zugleich unsere Energiesicherheit".
In den Vereinigten Arabischen Emiraten gibt es nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bereits fortgeschrittene Wasserstoffprojekte mit Beteiligung deutscher Unternehmen. Im Rahmen des Besuchs von Habeck in Abu Dhabi wurden nun unter anderem der Aufbau einer Wasserstofflieferkette nach Deutschland und erste Testlieferungen auf den Weg gebracht.
Demnach gibt es ein gemeinsames Projekt der Unternehmen Hydrogenious, Jera, Uniper und der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) für den Aufbau einer Lieferkette für grünen Wasserstoff aus den Emiraten nach Wilhelmshaven mittels der sogenannten LOHC-Technologie. Diese Technik basiert auf der Verwendung von flüssigen organischen Wasserstoffträgern (Liquid Organic Hydrogen Carrier, LOHC), die für den Transport als Speichermedium für Wasserstoff verwendet werden. "Kurzfristig soll blauer Wasserstoff eingesetzt werden, der bald durch grünen Wasserstoff ersetzt werden soll", erklärte Habecks Ministerium.
Für künftige Lieferungen habe Adnoc zudem Abnahmeverträge über erste Testlieferungen von Ammoniak nach Deutschland mit dem Kupferhersteller Aurubis und den Energieunternehmen RWE, Steag und Gewec unterzeichnet. Auch eine Kooperationsvereinbarung zwischen Adnoc und der Hamburger Hafen & Logistik AG (HHLA) gibt es demnach.
Außerdem arbeiten Siemens Energy, die Lufthansa und das auf erneuerbare Energien spezialisierte Unternehmen Masdar aus den Emiraten an einem Projekt zur Herstellung von synthetischem Kerosin unter dem Namen "Green Falcon" zusammen, wie das Bundeswirtschaftsministerium weiter erklärte. Außerdem vereinbarten die Fraunhofer Gesellschaft und das Ministerium für Energie und Infrastruktur der Emirate ein Kooperationsabkommen.
Habeck war am Samstag vor dem Hintergrund der Debatte über die Energiesicherheit zunächst nach Katar und dann weiter in die Vereinigten Arabischen Emirate gereist. Bei seinem Besuch in Katar am Wochenende vereinbarte Habeck eine langfristige Energiepartnerschaft.
Katar ist einer der weltweit größten Exporteure von verflüssigtem Erdgas (LNG), das als Alternative zu Russlands Gaslieferungen gehandelt wird. Die Infrastruktur für LNG-Lieferungen benötigt jedoch enorme Investitionen, wovor Deutschland angesichts des billigeren russischen Gases bis zum Einmarsch in der Ukraine zurückgeschreckt war. Katar verlangt zudem langfristige Lieferverträge.
M.Davis--CPN