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DIW rechnet mit Stagnation der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet angesichts der aktuellen Rezession der deutschen Wirtschaft erst im kommenden Jahr wieder mit einem Wachstum der Konjunktur. "Wir müssen uns auf schwierige Zeiten einstellen und werden für 2023 um die null Prozent Wachstum haben", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der "Augsburger Allgemeinen" (Freitagsausgabe). 2024 rechnet das Institut dann mit einem Wachstum um die 1,0 Prozent.
Zuvor hatte das Statistische Bundesamt seine Angaben zum Wachstum im ersten Quartal von einer Stagnation auf minus 0,3 Prozent verglichen mit dem Vorquartal revidiert. Damit fiel die Wirtschaftsleistung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen, Deutschland befindet sich damit in der Rezession.
Fratzscher sprach von einer "völlig unsozialen Rezession", denn die Preise seien im vergangenen Jahr deutlich stärker gestiegen als die Gehälter. Auch 2023 werde die Inflation wohl höher ausfallen als das Lohn-Plus. Für sozial Schwächere seien das "schwierige Zeiten". Es werde fünf Jahre dauern, bis die Kaufkraft der Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen wieder das Vorkrisenniveau erreiche. Fratzscher forderte vor diesem Hintergrund eine Erhöhung des Mindestlohns.
Auch das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht derzeit nur "wenige Hoffnungsschimmer", was eine baldige Besserung der Lage angeht. Allenfalls die nachlassenden Lieferengpässe sowie sinkende Energiepreise könnten zu einem Wachstum beitragen. Das IW rechnet "selbst wenn es gut läuft" in diesem Jahr nur mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,25 Prozent.
X.Wong--CPN